Auf den ersten Blick wirkt das Umspannwerk am Stadtrand von Pasewalk wie eine technische Anlage unter vielen. Es summt und knistert zwischen den Schaltfeldern, Oberleitungen kommen an und gehen ab, vor den Toren der Anlage ziehen Windräder unermüdlich ihre Kreise.

Tatsächlich aber ist die 110-Kilovolt-Schaltanlage, die gerade von der E.DIS in mehreren Bauabschnitten komplett modernisiert wird, ein wichtiges Puzzleteil für die Energiewende. Denn genau dieses zentrale Element des Umspannwerks, das am Mittwoch in Anwesenheit von Ministerin Bettina Martin (SPD) in Teilen seinen Betrieb aufnahm, ist einer der zentralen Knotenpunkte zwischen Hoch- und Höchstspannungsnetz.

Pasewalk übernimmt die Rolle als zentrale Drehscheibe zwischen regionaler Erzeugung und überregionaler Versorgung, erklärt E.DIS-Sprecher Christopher Gottschalk. Hier wird der in der Region erzeugte Strom aufgenommen, verteilt und bei Bedarf in das überregionale Höchstspannungsnetz von 50Hertz eingespeist. Gleichzeitig fließt überschüssige Energie, die nicht vor Ort verbraucht werden kann, wieder zurück in das Übertragungsnetz und läuft in andere Regionen ab.

Um es mit einem Bild zu sagen: Wären Stromleitungen Straßen, dann wäre das Umspannwerk in Pasewalk eine Abfahrt von der Autobahn auf die Bundesstraße oder umgekehrt. Und die E.DIS hat sozusagen die „Mautstelle“ modernisiert, damit mehr Autos gleichzeitig fahren können. Nach dem Umbau werde die Anlage perspektivisch mehr als doppelt so viel Strom übertragen können wie bisher, sagt Gottschalk.