PfadnavigationHomeRegionalesHamburgAbsagen in Hamburg„Unverantwortlich“ – Hitze bremst sogar die Harley-Parade ausStand: 18:16 UhrLesedauer: 4 MinutenWie im vergangenen Jahr wollten die Harley-Fahrer durch Hamburg fahren, doch aus der Parade am Sonntag wird nichtsQuelle: picture alliance/ZUMAPRESS.com/Matias BasualdoDie Hamburg Harley Days finden trotz Hitzewarnung statt, doch die traditionelle Ausfahrt am Sonntag durch die Stadt fällt aus. Auch andere Veranstalter reagieren.Die Hamburg Harley Days am Großmarkt sollen an diesem Wochenende wie geplant stattfinden – allerdings ohne ihren bekanntesten Programmpunkt. Die traditionelle Harley-Parade am Sonntag wird wegen der aktuellen Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes abgesagt. Nach Angaben des Veranstalters wäre die rund 30 Kilometer lange Ausfahrt angesichts der prognostizierten Temperaturen von bis zu 38 Grad aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht zu verantworten. Betroffen seien nicht nur Motorradfahrer, die mit heißen Motoren und unter Helmen unterwegs wären, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer und Menschen entlang der Strecke, die der Hitze oder möglichen Staus ausgesetzt wären.Lesen Sie auchDie Entscheidung fügt sich ein in eine wachsende Reihe von Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen in Hamburg. Der Deutsche Wetterdienst hatte für Hamburg eine amtliche Hitzewarnung herausgegeben und erklärte auf seiner Warnseite, in weiten Teilen Deutschlands sei bis einschließlich des Wochenendes mit starker bis extremer Wärmebelastung zu rechnen; zum Wochenende werde sehr heiße Luft aus Südwesteuropa ganz Deutschland erfassen. Für die Harley Days bedeutet das: Das Festivalgelände am Großmarkt öffnet am Freitag wie geplant. Bis Sonntag sollen dort Live-Musik, Händlermeile, Probefahrten, Gastronomie und das übliche Bikerprogramm stattfinden. Nach Veranstalterangaben werden zusätzliche Hitzeschutzmaßnahmen eingerichtet. Die Zahl der Sonnenschirme sei verdoppelt worden, zusätzliche Wasserspender würden aufgestellt, kostenfreies Leitungswasser und Sonnencreme stünden bereit. Wasserschläuche sollen für Abkühlung sorgen, in der Men-of-Mayhem-Area soll ein Pool genutzt werden können. Besucher werden aufgefordert, auf Sonnenschutz, Kopfbedeckung, regelmäßiges Trinken und gegenseitige Rücksichtnahme zu achten. Die Veranstaltungszeiten bleiben demnach unverändert: Freitag von 12 bis 24 Uhr, Samstag von 11 bis 24 Uhr und Sonntag von 10 bis 18 Uhr.Weitere Veranstalter haben bereits Konsequenzen gezogenDer für Sonntag geplante Hella Hamburg Halbmarathon wurde wegen der erwarteten Hitze schon am Mittwoch abgesagt. Für den Lauf waren nach Angaben der Organisatoren rund 24.000 Läufer angemeldet; der Veranstalter begründete die Absage damit, dass trotz eines umfangreichen Sicherheitskonzepts eine erhöhte Inanspruchnahme von Rettungs- und Einsatzdiensten nicht sicher ausgeschlossen werden könne. Der Lauf soll auf einen noch nicht feststehenden Termin im Jahresverlauf verschoben werden. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte bezeichnete die Absage als vernünftig; bei diesen Temperaturen gelte es, unnötige Risiken zu vermeiden.Auch beim Stadtpark Open Air werden die Regeln vorübergehend angepasst. Für die Konzerte von Angus and Julia Stone sowie zwei ausverkaufte Veranstaltungen von „Der Norden singt“ dürfen Besucherinnen und Besucher wegen der Hitzewelle PET-Flaschen, Tetra-Paks und eigene Trinkflaschen mit Deckel bis zu einem Fassungsvermögen von 0,5 Litern mitbringen. Die Behälter sollen an Wasserhähnen im Sanitärbereich kostenlos wieder aufgefüllt werden können. Zusätzlich werde das Sanitätspersonal verstärkt, vor der Bühne solle Wasser ausgegeben werden. Der Veranstalter empfiehlt Kopfbedeckung, ausreichendes Trinken, Sonnencreme und regelmäßige Aufenthalte im Schatten. Die Hamburger Feuerwehr stellt sich nach eigenen Angaben lageabhängig auf die Hitze ein. Ein Sprecher sagte, Feuerwehrleute seien multifunktional ausgebildet und könnten ihren geplanten Dienst verschieben, um etwa den Rettungsdienst zu verstärken. Das geschehe flexibel je nach Lage. In mehreren Meldungen wurde zudem auf weitere hitzebedingte Anpassungen hingewiesen: Im Wildgehege Klövensteen sollten Schaufütterungen entfallen, ein „Picknick gegen Einsamkeit“ wurde abgesagt. An Hamburgs Schulen gibt es unterdessen keinen Automatismus für Hitzefrei. Die GEW Hamburg weist darauf hin, dass es keine feste Temperaturgrenze und keinen automatischen Anspruch auf Unterrichtsausfall gibt. Über Maßnahmen bei großer Hitze entscheidet demnach die jeweilige Schulleitung – abhängig von den Bedingungen vor Ort, etwa Raumtemperaturen, Lüftungsmöglichkeiten oder Belastungen für Schüler und Beschäftigte. Möglich sind Unterricht in kühleren Räumen, verkürzte Stunden oder zusätzliche Pausen; jüngere Schüler dürfen nicht einfach nach Hause geschickt werden, wenn Betreuung nicht sichergestellt ist. Die Stadt Hamburg verweist auf ihre Hitzeschutzangebote. Dazu gehören die digitale „Karte kühler Orte“, Hinweise zu kostenlosem Trinkwasser im Stadtgebiet und ein telefonischer Hitze-Informationsservice unter der Behördennummer 040 115. Die Sozialbehörde empfiehlt bei Hitze unter anderem, über den Tag verteilt ausreichend alkoholfreie und zuckerfreie Getränke zu trinken, körperliche Belastungen in der heißesten Tageszeit zu vermeiden, Wohnräume kühl zu halten, Sonnenschutz zu nutzen und besonders auf Kinder, Schwangere, ältere Menschen, Obdachlose sowie Menschen mit Vorerkrankungen zu achten. jlau
Absagen in Hamburg: „Unverantwortlich“ – Hitze bremst sogar die Harley-Parade aus - WELT
Die Hamburg Harley Days finden trotz Hitzewarnung statt, doch die traditionelle Ausfahrt am Sonntag durch die Stadt fällt aus. Auch andere Veranstalter reagieren.












