Während viele Menschen in Großstädten längst abgestumpft wirken, sind die Gemüter in Kleinstädten oft noch deutlich erregter. Das betrifft beispielsweise Gewalttaten. Bislang galten insbesondere Messerattacken eher als großstädtisches Phänomen. Zumindest wenn man sich die absoluten Zahlen anschaut. Tatsächlich bestätigt die Statistik – laut Bundeszentrale für politische Bildung –, dass die Kriminalitätsbelastung erheblich mit der Gemeindegröße ansteigt.Doch nach der tödlichen Messerattacke im thüringischen Bad Langensalza am Mittwochnachmittag befürchten manche Bürger, dass die Gewalt aus der Metropolen auch in den Kleinstädten Einzug erhält. Die Polizei ermittelt inzwischen gegen zwei junge Männer. Die 19 und 26 Jahre alten Tatverdächtigen aus Syrien wurden bereits festgenommen, wie die Polizei mitteilte.
Zu der gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen war es auf dem Augustinerplatz der Kurstadt gekommen. Medienberichten zufolge ging es bei dem Streit um einen Barbershop. Ein 25 Jahre alter Algerier wurde dabei so schwer verletzt, dass er wenig später im Krankenhaus starb. Nach früheren Angaben war der Streit in einem Café in einer Gruppe von acht bis zehn Menschen ausgebrochen und hatte sich anschließend nach draußen verlagert.Fakt ist: Ausländische Tatverdächtige treten sowohl in der Kriminalstatistik generell als auch im Bereich der Messerkriminalität überproportional oft auf. Das weiß auch Ex-LKA-Ermittler Klaus Nachtigall. Die meisten Messer-Täter kämen aus dem westasiatischen Raum, so Nachtigall. Die absolute Mehrheit der ermittelten Tatverdächtigen besitzt jedoch laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) die deutsche Staatsbürgerschaft.










