Zwei Politiker von der CDU und den Grünen haben sich für eine Verlängerung der Legislaturperiode im Bundestag ausgesprochen. Darüber berichtet die „Zeit“ in ihrer aktuellen Printausgabe.„Die meisten Landtage und das Europaparlament werden alle fünf Jahre gewählt. Auch in vielen europäischen Ländern haben wir Wahlperioden von fünf Jahren“, sagte Thomas Strobl (CDU), Landtagspräsident in Baden-Württemberg, in einem Streitgespräch der „Zeit“. Mit seiner vierjährigen Wahlperiode sei Deutschland eine Ausnahme. Er halte es für sinnvoll, sie auf fünf Jahre zu verlängern, sagte Strobl weiter.Auch der Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Omid Nouripour (Grüne), ist für eine Verlängerung. Dies „wäre gut für die demokratische Kultur“, sagte der Grünen-Politiker. Nouripour sieht darin einen Beitrag, um die „Atemlosigkeit“ der politischen Debatten zu überwinden. Uneinigkeit bei Wahlterminen In einem anderen Punkt sind sich die beiden Spitzenpolitiker allerdings uneins. Während Nouripour vorgeschlagen hatte, die Termine der Landtagswahlen zu vereinheitlichen, lehnt Strobl dies ab. Andernfalls drohten landespolitische Themen wie die Bildungspolitik oder die innere Sicherheit in den Hintergrund zu rücken, argumentierte der CDUler.Nouripour hatte die Forderung bereits im Mai erhoben. Widerspruch von mehreren Landtagspräsidenten war die Folge, darunter von Strobl.In der alten Bundesrepublik wurden die Landtage einst wie der Bundestag alle vier Jahre gewählt. Doch seit dem Ende der 1960-Jahre änderten die Bundesländer nach und nach ihre Verfassung, um ihre Landtage künftig nur noch alle fünf Jahre wählen zu lassen. Den Anfang machte 1969 Nordrhein-Westfalen. Heute ist die Bremische Bürgerschaft das einzige Landesparlament, für das noch eine vierjährige Wahlperiode gilt. (Tsp)