An diesem Sonntag entscheidet sich in Ostprignitz-Ruppin, wer für die nächsten acht Jahre an der Spitze des Landkreises stehen wird: der seit 16 Jahren amtierende Ralf Reinhardt (SPD) oder der Herausforderer Torsten Arndt (AfD). Eine Stichwahl, wie sie in Brandenburg im Jahr 2026 keine Seltenheit mehr ist.

Bemerkenswert ist nicht die Konstellation – bemerkenswert ist die mediale Hysterie, die ein einziger Kreisverband mit einer schlichten Empfehlung ausgelöst hat: das BSW Ostprignitz-Ruppin, das seinen Wählerinnen und Wählern rät, beiden Kandidaten die Stimme zu verweigern.

Die Reaktion der beiden großen brandenburgischen Tageszeitungen war heftig. Die Märkische Oderzeitung (MOZ) sprach in einem Kommentar von einem „Offenbarungseid“ und stellte die Frage: „Aufruf zum Wahlboykott?“ Die Märkische Allgemeine (MAZ) zog in dieselbe Richtung. Wer so handle, „sabotiert das Fundament der Demokratie“ hieß es in einem der Berichte. Starke Worte. Zu starke Worte, wie zu zeigen sein wird.

Argumente zur Wahl in Ostprignitz-Ruppin

Lesen wir zunächst, was der BSW-Kreisverband tatsächlich geschrieben hat, denn die Argumentation ist nüchterner, als es die mediale Aufregung vermuten lässt.