So sehr viele Menschen in Deutschland gerade unter der Hitze leiden: Die Nächte sind vielerorts lau – und bieten ideale Bedingungen für Glühwürmchen. Das heiße Wetter der vergangenen Tage komme den Käfern entgegen, solange nicht abends zur Flugzeit Gewitter niedergehen, sagte Helge May vom Naturschutzbund (Nabu). Zumindest bisher sei von einem guten Glühwürmchenjahr auszugehen.Glühwürmchen sind hauptsächlich bei dauerhaft warmem und eher feuchtem Wetter aktiv – die vergangenen Tage mit hohen Temperaturen und regionalen Regenschauern dazwischen waren dafür ideal. »Wenn es in der Luft gespenstisch leuchtet, sind das immer Männchen des Kleinen Leuchtkäfers«, erklärt May. Die flugunfähigen Weibchen sitzen leuchtend am Boden oder auf erhöhten Sitzplätzen und warten auf Bewerber.Das Leuchtspektakel beginnt dem Nabu zufolge typischerweise gegen 22 Uhr und dauert bis etwa Mitternacht. Wer es erleben will, sollte sich beeilen: Üblicherweise lässt die Aktivität im Laufe des Juli deutlich nach, vielerorts ist etwa Mitte Juli der Höhepunkt bereits vorbei.
Um Glühwürmchen zu helfen, sollte man im Garten kleinere heimische Laubbäume und Sträucher anpflanzen, heißt es weiter. Auch wichtig:Laub- und Reisighaufen liegen lassen und generell naturnahe Strukturen schaffen. Hecken, Totholz, Steinhaufen und Schnittguthaufen bieten Unterschlupf und feuchte Rückzugsräume für Larven sowie erhöhte Sitzplätze für leuchtende Weibchen. Die in Schnittguthaufen entstehende Wärme kann die Tiere zusätzlich anziehen. Auch das Anlegen eines Teiches hilft.Auf nächtliche Beleuchtung verzichten. »So finden sich Männchen und Weibchen leichter, und die nächste Generation Glühwürmchen ist gesichert«, erklären die Naturschützer.Keine Chemie im Garten. Schneckenkorn zum Beispiel dezimiert nicht nur Schnecken, sondern tötet auch die Glühwürmchen-Larven, die die Schnecken fressen.Wiese statt Zierrasen. Höhere Gräser und Wildpflanzen bieten Deckung und ein feuchteres Mikroklima für Weibchen und Larven.Glühwürmchen erzeugen ihr Licht durch einen Prozess namens Biolumineszenz. Dabei reagieren unter anderem das Enzym Luciferase und der Stoff Luciferin miteinander – anders als bei einer Flamme entsteht dabei nahezu keine Wärme. Das Leuchtorgan sitzt auf der Bauchseite des Hinterleibs, der Chitinpanzer ist dort ausgedünnt und lichtdurchlässig.








