PfadnavigationHomeSportFußballBann gelockertÜberraschende Fifa-Entscheidung – Russland darf wieder mitspielenStand: 10:12 UhrLesedauer: 3 MinutenFifa-Präsident Gianni InfantinoQuelle: Bai Xuefei/XinHua/dpaDie Verbannung aus dem internationalen Fußball wird teilweise gelockert. Bei der kommenden U15-Weltmeisterschaft in Aserbaidschan dürfen Mannschaften aus Russland und Belarus wieder teilnehmen.Viereinhalb Jahre nach Beginn des Angriffskriegs von Russland gegen die Ukraine dürfen im Herbst erstmals wieder russische Fußball-Nationalteams an einem internationalen Turnier teilnehmen. Zu der neuen U15-Weltmeisterschaft vom 22. bis 31. Oktober in Aserbaidschan werden alle Fifa-Mitgliedsverbände eingeladen, teilte der Weltverband mit. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur schließt diese Formulierung Russland und Belarus ein.Nach Kriegsbeginn im März 2022 waren sämtliche russischen Mannschaften von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen worden. Diese Entscheidung trafen sowohl die Fifa als auch die Europäische Fußball-Union Uefa. Im weiteren Sport hatte auch das Internationale Olympische Komitee IOC weitreichende Sanktionen verhängt. An den Olympischen Spielen in Paris 2024 und den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo in diesem Jahr hatten russische Einzelsportler nur als neutrale Athleten teilnehmen dürfen. Das galt auch für belarussische Sportlerinnen und Sportler, deren Heimatland Russland im Krieg unterstützt. Die Sanktionen gegen Belarus waren aber zuletzt aufgehoben worden.Infantino befürwortet RückkehrDie Rückkehr Russlands auf die Fußballbühne hatte sich in den vergangenen Monaten angedeutet. „Oh, auf jeden Fall. Das müssen wir. Ja ... zumindest auf Jugendebene. Dieses Verbot hat nichts gebracht“, hatte Fifa-Präsident Gianni Infantino im Februar auf die Frage des britischen Senders Sky geantwortet, ob die Fifa an der Aufhebung des Ausschlusses arbeite.Die Sanktion habe nur „zu mehr Frustration und Hass geführt“, meinte Infantino. Formal geschah der Ausschluss nach Kriegsbeginn nicht als Reaktion auf den militärischen Überfall auf die Ukraine, sondern aufgrund der Gefährdung der „Integrität des Wettbewerbs“, wie es in der fußballpolitischen Sprache heißt.Russlands Männer-Nationalmannschaft bestreitet seitdem auch weiterhin Länderspiele abseits großer Turniere und wird in der offiziellen Fifa-Weltrangliste auf Platz 34 geführt. Das Gleiche gilt für die Frauen-Auswahl, die in der Weltrangliste den 27. Platz belegt.Überlegungen auch auf europäischer EbeneAuch Uefa-Präsident Aleksander Ceferin hatte den Ausschluss russischer Jugendteams von offiziellen Wettbewerben mehrfach kritisch hinterfragt und Lockerungen angeregt. Der Slowene begründete dies damit, dass die junge russische Generation sonst international dauerhaft isoliert werde. Ein Vorstoß im Uefa-Exekutivkomitee scheiterte aber am Widerstand der Verbände, die Ceferins Initiative kritisierten. Auch der Deutsche Fußball-Bund hatte sich gegen eine Rückkehr Russlands in den internationalen Fußball ausgesprochen.Bei der Nachwuchs-WM in Aserbaidschan wären nach jetzigem Stand theoretisch auch Spiele der russischen Teams gegen eine Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes möglich. In der U15 spielen in Deutschland Jugendliche, die im entsprechenden Kalenderjahr 14 Jahre alt werden oder bereits sind.Lesen Sie auchDie zweite Ausgabe im Jahr 2027 der WM für Jugendliche soll dann ausschließlich mit Juniorinnen veranstaltet werden, im Folgejahr sollen wieder alle Teams zugelassen werden.jb/dpa