Das Landgericht Leipzig hat einen 41-jährigen Israeli wegen sechsfachen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs im Bereich des sogenannten Cybertradings zu fünf Jahren und drei Monaten Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt.
Das Urteil der Wirtschaftsstrafkammer vom 4. Juni 2026 ist rechtskräftig, wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mitteilte. Es handelt sich nach Angaben der Behörde um die erste Strafe dieser Größenordnung, die in Sachsen gegen ein „Mitglied des Managements“ einer solchen Plattform vollstreckt wird.
Nach den Feststellungen des Gerichts und den Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Dresden sowie des sächsischen Landeskriminalamts war der Verurteilte zwischen 2020 und 2022 im mittleren Management eines sogenannten Brandbetreibers tätig. So bezeichnen die Ermittler die Betreiber von Online-Anlagebetrugsplattformen. Allein in Deutschland soll die international agierende Organisation einen Schaden von mehr als vier Millionen Euro verursacht haben, weltweit wird die Schadenssumme auf über 65 Millionen Euro geschätzt.
Bei Anruf Abzocke: Brandbetreiber koordinierte mehrere Callcenter
Der Brandbetreiber unterhielt nach den Ermittlungen Callcenter unter anderem in Georgien und Israel. Von dort aus kontaktierten Agenten potenzielle Opfer weltweit. Das Urteil bezieht sich auf 599 deutschsprachige Geschädigte, ein Teil davon stammt aus Sachsen.







