Der zwielichtige Markt für den Handel mit Kryptowährungen wird im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zum 1. Juli teilweise bereinigt. Laut Branchenbeobachtern gibt es derzeit mehr als 1.200 Anbieter, doch nur gut 200 haben eine Lizenz erworben. Prominentester Abgang ist Binance, das als weltweit größte Kryptowährungsbörse gilt.
Seit Ende 2024 gibt es EWR-weit gültige Lizenzen nach der EU-Verordnung 2023/1114 über Märkte für Kryptowerte (bekannt als MiCA, für Markets in Crypto-Assets). Anbieter müssen nur in einem Land eine Lizenz erwerben, die dann im gesamten EWR gilt. Allerdings sind die Vorgaben überall die gleichen: Weil hohe Geldbeträge von Spekulanten auf dem Spiel stehen, müssen die Betreiber zeigen, dass sie ausreichend Eigenkapital haben, wie sie ihre Plattformen führen, wie sie Kundenguthaben schützen und, nicht zuletzt, wie sie Geldwäsche verhindern.
Daran ist Binance gescheitert: Das US-Unternehmen wollte eine griechische Lizenz, hat seinen Antrag jedoch zurückgezogen, nachdem die griechische Behörde vorige Woche eine Ablehnung signalisierte. Daraufhin aufgenommene Gespräche mit Behörden einiger anderer Länder dürften nicht gefruchtet haben – die Vorschriften sind ja jetzt einheitlich. Bislang ist Binance in allen EWR-Staaten außer den Niederlanden und Liechtenstein tätig.














