«House of the Dragon», Staffel 3:endlich mehr los in WesterosViel wurde im «Game of Thrones»-Prequel geredet, gedroht und taktiert. Nun geraten die Machtkämpfe der Targaryens endlich in Bewegung.24.06.2026, 14.55 Uhr3 LeseminutenRhaenyra Targaryen (Emma D’Arcy) steht im Fokus der dritten Staffel von «House of the Dragon».Imago / Supplied by LMKDurch das Internet mag manches Unheil über die Menschheit gekommen sein, sogenannte «Recaps» zählen allerdings zu den segensreichen Errungenschaften. In diesen Videos schnurren Kommentatoren im Eiltempo ganze Serienstaffeln auf zehn Minuten zusammen, essenziell für Eilige und Vergessliche zugleich: Wer war noch mal mit wem wie verwandt, weshalb mussten jene sterben, während andere heiraten, und wer zum Henker kämpft hier überhaupt gegen wen?Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Obwohl das Ende der zweiten Staffel von «House of the Dragon» nur zwei Jahre her ist, empfiehlt sich für alle, die nicht gerade in Bettwäsche der HBO-Produktion nächtigen, der Rückgriff auf ein entsprechendes Recap. Schliesslich kann man schnell durcheinandergeraten beim «Game of Thrones»-Prequel, geht es doch ständig um die gleiche Adelsfamilie, die Targaryens, und ihre tierischen Massenvernichtungswaffen, die Drachen. Verschlossene Nordlichter wie die Starks oder die arroganten Lannisters bleiben Nebendarsteller.Der fleischgewordene ÖdipuskomplexStattdessen tritt eine unübersehbare und weitgehend unausstehliche Schar an weisshaarigen, leicht bräsigen Aristokraten auf, deren gleiches Blut sie nicht daran hindert, sich miteinander zu paaren oder gegenseitig abzuschlachten. Die Targaryens sind der fleischgewordene Ödipuskomplex und dabei paradoxerweise etwas langweilig. In der letzten Staffel der Serie wurde viel palavert über einen drohenden Krieg – der dann nicht eintrat.Auf zwei Beinen tappen sie etwas unbeholfen, aber einmal in der Luft hinterlassen die Drachen gewaltig verbrannte Erde.Imago / Supplied by LMKStaffel 3, deren erste Folge seit Montag auf Sky abrufbar ist, springt nahtlos ins Geschehen. Am Ende des Vorgängers hatte Alicent Hightower (Olivia Cooke) sich zu ihrer Rivalin Rhaenyra Targaryen (Emma D’Arcy) geschlichen und einen Burgfrieden angeboten – dafür würde sie sogar ihren Sohn, den brutalen Usurpator Aegon (Tom Glynn-Carney), opfern. Rhaenyra könnte in der Hauptstadt King’s Landing einziehen und auf dem Eisernen Thron Platz nehmen. Der Plan scheitert, also muss eine Entscheidung auf dem Schlachtfeld her.Und so, nach 40 Minuten, folgt endlich Action in Form einer eindrücklichen Seeschlacht. Anschliessend schleichen sich wieder bekannte Schwächen ein: graue, gelbstichige Bilder, holprig ausgeführte Erzählstränge, überflüssige Redundanzen. Und Dialoge, die nicht mehr ganz so messerscharf die Mechanismen der Macht sezieren wie in der Originalserie.Endlich eine Seeschlacht zwischen Team Schwarz (Rhaenyra) und Team Grün (Alicent).Imago / Supplied by LMKKeine rosigen Zeiten für Fantasy«Game of Thrones» (2011–2019) bleibt also ein Solitär in der Serienlandschaft. Sieben Jahre nach dem Finale sind die Zeiten für überwältigende Fantasy-Serien wenig rosig: Amazon führt noch sein milliardenschweres, halbtotes Zugpferd «The Rings of Power» zu Ende, während «The Wheel of Time» nach drei Staffeln eingestellt wurde. «The Witcher» auf Netflix läuft aus, «Sandman» wurde nach den Missbrauchsvorwürfen gegen den Autor Neil Gaiman beendet.Ein kurzweiliger Lichtblick war «A Knight of the Seven Kingdoms», der zweite Ableger von «GoT». Spuren dessen Fäkalhumors finden sich in homöopathischer Dosis auch in der neuen Staffel von «House of the Dragon» wieder. Doch wichtiger: Zumindest bewegt sich wieder etwas auf dem Schachbrett von Westeros, das in der vorherigen Staffel weitgehend Pattsituationen bot.Kann sich endlich wieder auf dem Schlachtfeld bewähren: Daemon (Matt Smith).Imago / Supplied by LMKOhne zu spoilern: Diesmal geht es mehr um das Bewahren als um das Erringen von Herrschaft. Daemon Targaryen (Matt Smith) hockt nicht mehr ständig im Gespensterschloss, sondern erledigt für Rhaenyra die blutige Drecksarbeit. Auch die Drachen hinterlassen gewaltig verbrannte Erde. Und mit Ormund Hightower (James Norton) schiebt sich eine neue Figur in Front. Die Chancen stehen gut, dass es für die vierte und letzte Staffel 2028 kein Recap braucht.House of the Dragon, Staffel 3: 8 Folgen à rund 60 Minuten auf Sky Show und HBO Max, wöchentlich eine neue Episode.Passend zum Artikel
«House of the Dragon», Staffel 3: Endlich kehrt Action nach Westeros zurück
Viel wurde im «Game of Thrones»-Prequel geredet, gedroht und taktiert. Nun geraten die Machtkämpfe der Targaryens endlich in Bewegung.












