Das Unglück passierte am Ostermontag: Als ein 61-jähriger Mann am Nachmittag sein Wohnhaus in Gesundbrunnen verließ, wurde er plötzlich von einem herabfallenden Blumenkübel getroffen.Passanten, die den am Kopf blutenden Mann auf dem Bürgersteig am Vinetaplatz fanden, riefen die Feuerwehr. Die Helfer begannen mit den Reanimationsmaßnahmen, auch ein Notarzt wurde hinzugezogen. Doch sie konnten nichts mehr für den Mann tun. Der Mann starb noch am Unfallort.

Polizisten fanden schnell heraus, von wo der tönerne Blumenkübel, dessen Scherben nun auf dem Gehweg lagen, kam: von einem Balkon im zweiten Stock. Die Mieterin der Wohnung muss sich jetzt vor dem Amtsgericht Tiergarten wegen fahrlässiger Tötung verantworten.Wie ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, wird ihr vorgeworfen, den 4,875 Kilogramm schweren Ton-Kübel auf ihrer ungesicherten Balkonbrüstung abgestellt zu haben. Der Kübel soll sich dabei außerhalb einer Metallstrebe des Balkongeländers in Richtung eines Gehwegs befunden haben.Am 5. April jedoch hatte der Deutsche Wetterdienst für das Berliner Stadtgebiet eine Warnung vor Windböen herausgegeben. Die Frau hatte den Kübel aber offenbar nicht gesichert. Eine Böe wehte ihn vom Balkon. Der Topf und traf den 61-jährigen Bewohner des Hauses am Kopf.Die angeschuldigte Frau schweigt zu den Vorwürfen. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens hat nun ein Schöffengericht des Amtsgerichts Tiergarten zu entscheiden.