Der frühere Weltfussballer Ronaldinho kehrt zurück – in Italiens 3. Liga gibt er sein ComebackNach seinem Karrierenende verstrickte sich der Brasilianer in Skandale. Nun will er für den Ravenna FC wieder fussballerisch auf sich aufmerksam machen.24.06.2026, 12.44 Uhr3 LeseminutenAktualisiertDer Ravenna FC erhält einen prominenten Neuzugang: Ronaldinho posiert mit dem Klubpräsidenten Ignazio Cipriani.Rebecca Blackwell / APWährend die Altmeister Lionel Messi und Cristiano Ronaldo in diesen Tagen an der WM für Schlagzeilen sorgen, meldet sich ein anderer zurück: Ronaldinho. Der zweimalige Weltfussballer hat am Dienstag sein Comeback angekündigt. Der 46-Jährige schliesst sich dem italienischen Drittligisten Ravenna FC an, wie Ronaldinho und der Klub in Miami mitteilen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der Verein betonte, es gehe um «weit mehr als eine symbolische Verpflichtung»: Ronaldinho habe sich zum Ziel gesetzt, sein letztes Tor als Profifussballer im Trikot von Ravenna zu erzielen. «Ich kann es kaum erwarten, wieder mit dem Ball zu tanzen», sagte Ronaldinho. In den letzten Jahren machte er vor allem mit Skandalen auf sich aufmerksam.Nach Karriereende verstrickte er sich in SkandaleRonaldinho hatte seine Karriere 2015 für beendet erklärt. Seitdem war er immer wieder auf Abwege geraten. Der Tiefpunkt war 2020 eine Verhaftung in Paraguay: Nachdem die brasilianische Regierung wegen unbezahlter Steuer- und Strafzahlungen seinen Pass eingezogen hatte, reiste er mit seinem älteren Bruder und Manager Roberto Assis, einst Profi im FC Sion, mit gefälschten Ausweisen.Wochenlang blieb er in Haft. Er, der Weltfussballer von 2004 und 2005. Überliefert ist, dass er mit seinem Team ein Futsal-Turnier für Insassen gewann. Die Siegprämie bestand aus einem geräucherten Schwein.«Ich hätte nicht gedacht, dass ich das einmal durchmachen muss», sagte Ronaldinho später. Er stand mit seiner Verwunderung nicht allein da. Sein Zerfall war live mitzuverfolgen, in den Gazetten und auf Social Media. Es heisst, dass er phasenweise 140 Kilo gewogen habe. In Brasilien wurden mehrere seiner Liegenschaften beschlagnahmt.Dabei verdiente er in seiner Blütephase allein mit Werbeverträgen mehr als 20 Millionen Franken pro Jahr. Coca-Cola überwies jeweils eine halbe Million, aber damit war es schnell vorbei, nachdem Ronaldinho bei seiner Vorstellung bei Atlético Mineiro im Juni 2012 genüsslich aus einer Pepsi-Dose getrunken hatte.Im November kam er nach LuzernEr und Roberto de Assis wählten so viele falsche Abzweigungen, dass sie an einem finsteren Sonntagabend im November 2025 in Luzern standen.Vor knapp 15 000 Zuschauern begann das «Jogo dos Famosos» mit zwanzig Minuten Verspätung. «Wegen Verkehrsproblemen», wie der Organisator verlauten liess, obwohl es in der Umgebung keinen Stau gab. Am Abend zuvor hatte Ronaldinho in Zürich gefeiert. Erst eine Minute vor dem geplanten Spielbeginn fuhr sein Bentley beim Stadion vor.In Chorzow in Polen war das ein paar Monate zuvor ähnlich gewesen, dort hatte Ronaldinho bei einer weiteren Partie dieser Reihe für Unmut gesorgt, weil er sich verspätet hatte und nach seiner Auswechslung noch vor dem Abpfiff sofort abrauschte. Man konnte es ihm kaum verübeln.Vor knapp zwanzig Jahren gastierte Ronaldinho schon einmal in der Zentralschweiz, mit der brasilianischen Nationalmannschaft bereitete er sich in Weggis auf die WM 2006 in Deutschland vor. Während eines Trainings stürmte eine ehemalige Stripteasetänzerin auf den Platz und küsste ihn auf die Wange. «Sex-Angriff auf Ronaldinho!», titelte die «Bild»-Zeitung.Dank Penalty zum zweiten Treffer: Ronaldinho im November in Luzern.Priscila Bütler / Spp / ImagoDie Aufregung war auch zwei Dekaden später gross. Der Name Ronaldinho zieht. Mehrere zehntausend Brasilianer leben in der Schweiz, für sie war das Galaspiel in Luzern die rare Gelegenheit, einen Landsmann von Format im Stadion zu sehen.Vom «Fussball-Highlight des Jahres» sprach der Stadionsprecher vor dem Anpfiff. Es lag nervöse Anspannung in der Luft, und aus den Boxen dröhnte «Samba de Janeiro», der 1990er-Jahre-Hit aus Berlin. Die Erwartung war, dass Ronaldinho und sein ehemaliger Nationalmannschafts-Copain Rivaldo in der Kadenz von rasant geschnittenen Youtube-Clips Kabinettstückchen aufführen.Zu sehen gab es dann aber in Luzern Zeitlupenfussball von bescheidenem Unterhaltungswert. Ronaldinho signalisierte nach 77 Minuten, dass er ausgewechselt werden will. Er verbeugte sich, das Publikum ehrte ihn mit einer Ovation.Ob Ronaldinho bei Ravenna FC tatsächlich zum Einsatz kommen wird, blieb zunächst unklar. Der Vereinspräsident Ignacio Cipriani sagte: «Ob er spielen wird, werden wir sehen. Aber es ist nicht ausgeschlossen». Für Schlagzeilen sorgt Ronaldinho jedoch, einmal mehr.Passend zum Artikel
Ronaldinho kehrt zurück: Comeback in Italiens 3. Liga
Nach seinem Karrierenende verstrickte sich der Brasilianer in Skandale. Nun will er für den Ravenna FC wieder fussballerisch auf sich aufmerksam machen.






