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Es war für viele ein Fest, als vor fünfzehn Jahren an der Ostküste der Insel Rügen die „längste Jugendherberge der Welt“ eröffnete. Am 4. Juli 2011 ging sie an den Start, begleitet von einer tagelangen Medienkampagne. Ihr Bau war mit mehr als 16 Millionen Euro für 400 Betten doppelt so teuer und doch nur halb so groß geraten wie geplant. Doch für die Initiatoren in Bund, Land und EU galt die Herberge als gelungenes Vorbild für die Neubelebung eines kolossalen Bauwerks, das über zwei Diktaturen hinweg Geschichte geschrieben hatte und sich nun anschickte, ein Seebad zu werden.
Bis heute steckt hinter dem hochgelobten Glanz gleichwohl ein Geheimnis: Während sich die Dimension der Herberge am eindrucksvollsten offenbart, wenn still am Abend die Lichter ihrer Flure erstrahlen, bleibt eine der fünf Etagen, jene ganz oben unterm Dach, stockdunkel.
Keines der Fenster der sich über drei Höfe entlangziehenden Fronten lässt auch nur einen Lichtfunken über die Düne blitzen. Es ist eine „Geisteretage“, die für jene, die ihre Geschichte kennen, das perfekte Symbol einer Leerstelle in diesem Gebäude ist. Mehr noch: eine stumme Anklage. Denn die Geschichte der DDR und damit hunderttausender junger Männer, die in dem riesigen Gelände eine oft lebensprägende Erfahrung gemacht haben, spielte bei der Neubelebung des historischen Ortes keine Rolle.







