Stillstand am Bahnknotenpunkt : Bundesweite Zugausfälle treffen Frankfurt besonders hart24.06.2026, 07:10Lesezeit: 2 Min.Bundesweit war am späten Dienstagabend der Zugverkehr eingestellt. In Frankfurt traf das Reisende besonders hart.Gegen Mitternacht reicht die Schlange vom Infoschalter bis zur Mitte des gegenüberliegenden Gleises: Hunderte Menschen sind im Frankfurter Hauptbahnhof gestrandet und wissen nicht weiter. Ganz vorn beantworten rund ein Dutzend Servicemitarbeiter der Deutschen Bahn die immer gleichen Fragen: Warum? Bis wann? „Alles Fragen, die wir auch nicht beantworten können“, sagt einer von ihnen. „Der Zugverkehr ist momentan in ganz Deutschland eingestellt. Wenn Sie mit dem Deutschland-Ticket unterwegs sind, nehmen Sie sich ein Taxi/Hotel und reichen die Kosten über die Fahrgastrechte ein (Erstattung bis 120 Euro)“, steht auf einer Infotafel.Keine freien Zimmer für gestrandete ReisendeBeides ist in der Nacht zum Mittwoch nicht so einfach in Frankfurt: Reisende berichten mit dem Blick auf ihr Handy, es gebe in der ganzen Stadt kein Hotelzimmer mehr. Und auch wenn man etwas fände in einem Außenbezirk, wie solle man da hinkommen? U- und S-Bahnen fuhren auch nicht. Vor dem Hauptbahnhof in eine Straßenbahn zu steigen, ging ebenfalls nicht: Weil am Nachmittag ein Polizist einen Mann niedergeschossen hatte, standen die Trams still. Die Gleise waren mit Flatterband abgesperrt und wurden bewacht.„Also, ich will nicht nachts im Bahnhofsviertel rumlaufen“, sagt ein Mann, der zurück nach Gießen will. Sein Zug war im Westbahnhof gestrandet. Mit einem Bus fuhr er zum Hauptbahnhof, in der Hoffnung, hier weiterzukommen. Hinausgehen zu den Drogenabhängigen und Dealern wolle er keinesfalls.Taxis können wegen all der Baustellen rund um den Bahnhof nicht parken. Die Fahrer nehmen die Gäste im Vorbeifahren auf. Im Bahnhof laufen Taxifahrer durch die Menge und lotsen Fahrgäste zu den Seitenausgängen. Die Servicemitarbeiter verteilen Wasser und Formulare für die Erstattung der Reisekosten. Die Menschen warten geduldig – „noch“, sagt der nette Helfer. Auf die Bahn schimpfen würden die Leute halt gern. „Aber es ist doch überall mal was kaputt.“ Raphael Putz war von Berlin unterwegs nach Stuttgart, als durchgesagt wurde: „Das Funksystem ist ausgefallen.“ Er habe gerade ein Seminar über Resilienz gehalten, sagt der Berater, „und dann kickt die Ironie.“Vorübergehend hieß es, sein ICE solle zum Hotelzug umfunktioniert werden. Nach Stunden fährt der Zug Richtung Stuttgart dann tatsächlich los. Putz bekommt die mündliche Auskunft am Gleis und steigt ein. Weil andere nichts davon erfahren, ist der Zug fast leer. Bis sich der Bahnverkehr wieder normalisiert habe, sei mit Folgeverspätungen und kurzfristigen Fahrtausfällen zu rechnen, teilte DB Regio Mitte auf der Plattform X mit.Gegen 1 Uhr entspannt sich die Lage im Bahnhof. Immer mehr Reisende steigen in Züge, die Schlange vor dem Infoschalter verkürzt sich sichtbar. Der Bäcker, der direkt daneben Brötchen und Getränke verkauft, hat trotz der Menschenmenge nicht das Geschäft seines Lebens gemacht. „Die Leute sind zu abgefuckt, um was zu kaufen“, sagt er.
Zugausfälle treffen Reisende in Frankfurt besonders hart
Bundesweit war am späten Dienstagabend der Zugverkehr eingestellt. In Frankfurt traf das Reisende besonders hart.











