Berlins Unterwelt ist bewaffnet bis an die Zähne. Fast täglich wird ein Abzug gedrückt oder jemand schaut in den Lauf einer Pistole. Und die Polizei kommt bei der Verfolgung der Täter kaum hinterher. Von Jahresbeginn bis Ende Mai kamen in Berlin 558-mal Schusswaffen zum Einsatz. Das ist eine Steigerung um 36 Fälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.In mehr als der Hälfte der Fälle, nämlich 285-mal, wurde in dieser Zeit geschossen, in 173 Fällen wurde mit einer Schusswaffe gedroht. Diese Zahlen nennt die Senatsverwaltung für Inneres auf eine noch unveröffentlichte parlamentarische Anfrage des Berliner AfD-Abgeordneten Thorsten Weiß, die der Berliner Zeitung vorliegt.
Das Waffenarsenal, das die Berliner Polizei in den ersten fünf Monaten dieses Jahres entdeckte, wirkt verstörend: Das sind 233 scharfe Schuss-, darunter Kriegswaffen, nämlich insgesamt 140 Pistolen und Revolver. Sichergestellt wurden auch 35 Gewehre wie Büchsen oder Flinten, 19 Maschinenpistolen und zehn Sturmgewehre. Ein Sturmgewehr, das kann zum Beispiel eine Kalaschnikow sein. Außerdem entdeckten die Fahnder noch 15 SRS-Waffen, die zu scharfen Waffen umgebaut wurden. Das Kürzel SRS steht für Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen. Auch sie fallen unter das Waffengesetz. Wie viele der sichergestellten Waffen in legalem oder illegalem Besitz waren, das erfasst die Polizei statistisch nicht.








