Nur wenige Monate lang lenkte Jan Wachtel das Mediengeschäft des Burda-Verlags, nun verlässt er das Unternehmen wieder. Erst zu Jahresbeginn war Wachtel als neuer Vorstand von Burda Media berufen worden. Zum 1. Juli übernimmt nun Eli Varn als Vorständin das deutsche Mediengeschäft (unter anderem Bunte, Focus, Instyle, Freundin), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Lydia Rullkötter übernimmt im Vorstand die Verantwortung für den internationalen Medienbereich. Wachtel scheidet bereits Ende Juni aus.Eli Varn gehört bereits zum Führungsteam des Verlags, nun wird sie Vorständin von Burda Media. Peter Kneffel/picture alliance/dpa„Wir mussten gemeinsam die Entscheidung treffen, getrennte Wege zu gehen, weil ein hinreichender Konsens über die zukünftige strategische Ausrichtung für Burda Media nicht gefunden werden konnte“, heißt es in einer Mitteilung. Man sei am Ende nicht auf einen „gemeinsamen Nenner“ gekommen. Die Entscheidung sei zwischen dem Verwaltungsrat und Jan Wachtel „im Einvernehmen“ gefallen.Wachtels Umbauplan für das Mediengeschäft soll in einer Verwaltungsratssitzung im Mai durchgefallen seinNach Informationen der SZ hatte Wachtel mit seinen Strategieplänen größere Diskussionen im Verwaltungsrat des Konzerns sowie unter den Geschwistern und Verlagserben Elisabeth und Jacob Burda ausgelöst. Wachtels Umbauplan für das Mediengeschäft soll in einer Verwaltungsratssitzung im Mai durchgefallen sein. Er soll weitreichende Pläne, auch zum Verkauf einzelner Marken und Geschäftsbereiche, gefasst haben. Das löste auch in der Belegschaft große Unsicherheit aus.Seit Jahresbeginn durchleuchtete der neue CEO alle Bereiche und lotete deren Ertrags-, aber auch deren Sparpotenzial aus. Im Februar kündigte Wachtel im Rahmen eines virtuellen Meetings vor 150 Mitarbeitenden an, er werde im Juni einen Plan vorstellen, wie es im Publishing-Geschäft weitergehen soll. Dort wollte er die Belegschaft auf die Herausforderungen des Jahres einstimmen. Auch auf einen größeren Stellenabbau stellten sich viele ein. Doch zur Vorstellung seines Plans kommt es nun nicht mehr.Burda-Verlag:Kinder an der MachtHubert Burda übergibt an seine Erben Elisabeth und Jacob. Über einen „epochalen“, auch heiklen Generationenwechsel in einem der größten deutschen Medienunternehmen.Der Verwaltungsrat der Burda-Gruppe gliederte den Konzern vor einem Jahr in zwei strategische Unternehmensbereiche: Burda Media und Burda Equity. Im Februar 2025 haben die Kinder des langjährigen Verlegers Hubert Burda die Führung im Konzern übernommen. Elisabeth Burda ist verantwortlich für den Verlagsbereich. Die Geschwister steuern das Familienunternehmen in vierter Generation, Geschäftsführer war bis Ende 2025 nach drei Jahrzehnten im Verlag Philipp Welte.