Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), sowie der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) können sich vorstellen, die Abgabe von harten Drogen unter bestimmten Bedingungen zu legalisieren.„Es ist klar, dass die Situation rund um schwere Suchterkrankungen in Großstädten sich nicht allein mit polizeilichen Maßnahmen lösen lässt. Sucht ist eine Erkrankung, und es braucht Hilfen und Unterstützung, nicht nur Repression“, sagte Streeck dem „Spiegel“.Er bezieht sich dabei auf einen Vorstoß der Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) und Stephan Keller (CDU) aus Köln und Düsseldorf. Diese forderten in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ kürzlich Land und Bund auf, die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass angesichts einer wachsenden offenen Drogenszene der sogenannte Mikrohandel mit harten Drogen in betreuten Einrichtungen toleriert werden dürfe. Vorbild: Das „Zürcher Modell“ Vorbild könne das „Zürcher Modell“ sein, ein mittlerweile international diskutierter Ansatz. Ein Baustein des Modells ist, dass innerhalb von medizinisch betreuten Drogenhilfeeinrichtungen der Verkauf und Tausch von kleinsten Mengen harter Drogen (Mikrohandel) toleriert werden – allerdings nur zwischen schwer Rauschgiftsüchtigen.Aus der Schweizer Großstadt Zürich heißt es, so sei es gelungen, Rauschgifthandel und -konsum sowie Beschaffungskriminalität zu begrenzen und Konsumenten in die Hilfesysteme zu locken.Streeck bezeichnete das Konzept aus der Schweiz gegenüber dem Spiegel als gute Lösung auch für Deutschland. „Modelle wie in Zürich können erfolgreich sein, wenn die Suchthilfen und Arbeit vor Ort auf der Straße massiv ausgebaut wird“, sagte Streeck. „Eine reine Tolerierung des Mikrohandel ohne weitere Maßnahmen führt zum Verlust von Rechtsstaatlichkeit, Sicherheitsgefühl und Glaubwürdigkeit.“Es geht darum, einen so oder so stattfindenden Mikrohandel so zu kontrollieren, dass ein möglichst geringer Schaden für die Bevölkerung entsteht.Karl Lauterbach (SPD), ehemaliger GesundheitsministerDer ehemalige Gesundheitsminister Lauterbach äußerte sich gegenüber der Zeitung ähnlich positiv zu dem Vorstoß. Der Weg sei umstritten, aber richtig. „Konsum und Handel müssen verboten bleiben. Es geht darum, einen so oder so stattfindenden Mikrohandel so zu kontrollieren, dass ein möglichst geringer Schaden für die Bevölkerung entsteht.“In Deutschland gelten die rechtlichen Hürden beim Thema Mikrohandel bislang als enorm hoch. Nach dem Betäubungsmittelgesetz ist jedweder Handel mit illegalen Drogen eine Straftat, die nach dem Legalitätsprinzip verfolgt werden muss. (Tsp mit KNA)
In kleinen Mengen: Streeck und Lauterbach plädieren für legale Abgabe von harten Drogen
Um offener Drogenszene in Großstädten Herr zu werden: Hendrik Streeck und Karl Lauterbach sind für eine kontrollierte Abgabe harter Drogen in betreuten Einrichtungen. Als Vorbild dient das „Zürcher Modell“.







