Wer in den vergangenen Monaten nördlich des Hauptbahnhofs unterwegs war, konnte den Wandel kaum übersehen. Zwischen Heidestraße, Sellerstraße und Friedrich-Krause-Ufer wächst ein komplettes Quartier aus dem Boden.Der Nordhafen, dort wo Mitte in die Ortsteile Moabit und Wedding übergeht, gehört derzeit zu den größten Entwicklungsgebieten Berlins. Wohnungen, Büros, Labore und Gewerbe verdichten sich auf engem Raum. Sieben Projekte prägen den Boom besonders.

„Upbeat“: 82 Meter und eine Bank zieht komplett ein

Das auffälligste Bauwerk ist das Bürohochhaus „Upbeat“ an der Ecke Perleberger/Heidestraße. Der Entwurf von Kleihues + Kleihues besteht aus drei geschwungenen Bauteilen mit fünf, elf und 19 Geschossen und erreicht rund 82 Meter.Entwickler ist CA Immo. Die Deutsche Kreditbank zieht als Alleinmieter ein, das Haus wird ihr neuer Berliner Campus und war schon vor Baubeginn vollständig vermietet.Die Fertigstellung war zur Jahreswende 2025/26 vorgesehen. Anfang 2026 war die Fassade fast fertig, die Kräne abgebaut, im Inneren läuft der Ausbau.

„Riverside Labs“: Das Boston an der Spree

Auf dem Bayer-Campus an der Müllerstraße entsteht mit den „Riverside Labs“ eines der größten Life-Science-Projekte Deutschlands. Rund 200 Millionen Euro investieren iQ spaces und UBS Asset Management in den zehnstöckigen Forschungsbau.Schon jetzt sind etwa 80 Prozent der Flächen langfristig vergeben. Zu den ersten Mietern zählt das Berlin Center for Gene and Cell Therapies, eine gemeinsame Initiative von Bayer, Charité und dem Berlin Institute of Health.Das Land Berlin ernannte das umgebende Health Innovation Quarter im März 2026 zum zwölften „Zukunftsort“. Der Grundstein für die Labs wurde Anfang Juni gelegt, fertig sein soll der Campus Anfang 2028.