PfadnavigationHomePolitikDeutschlandBerlins Bürgermeister„Duldet Antisemiten und Polizeihasser“ – Wegner fordert von Grünen und SPD Abstand zur LinkenStand: 01:39 UhrLesedauer: 2 MinutenKai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von BerlinQuelle: picture alliance/dpa/Sebastian Christoph GollnowWer die CDU mit der AfD gleichsetzt, verlässt für Berlins Regierenden Bürgermeister den Boden einer ernsthaften politischen Auseinandersetzung. Grüne und SPD müssten sich fragen lassen, wo ihre eigene Brandmauer gegen politischen Extremismus steht.Nach einem umstrittenen Faschismus-Vergleich des neu gewählten Linken-Vorsitzenden Luigi Pantisano fordert Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner von Grünen und SPD mehr Abstand zur Linkspartei. „Grüne und SPD müssen sich fragen lassen, wo ihre eigene Brandmauer gegen politischen Extremismus steht“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“.„Die Äußerungen von Herrn Pantisano stehen symptomatisch für eine Linkspartei, die sich seit Jahren zunehmend radikalisiert und sich immer weiter von einem demokratischen Diskurs entfernt.“ Wegner sagte weiter: „Wer die CDU mit der AfD gleichsetzt, verlässt den Boden einer ernsthaften politischen Auseinandersetzung. Es ist Ausdruck des Zustands dieser Partei, die auch in ihren Reihen Antisemiten und Polizeihasser duldet.“Rücktrittsforderungen kurz nach der WahlDer Hintergrund: Pantisano hatte am Wochenende in einem „Bild“-Interview die CDU scharf angegriffen: „Letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst“, sagte Pantisano wenige Stunden vor seiner Wahl zum Parteivorsitzenden. Politiker von CDU und CSU fordern nun seinen Rücktritt. Auch in der Linken gab es Irritationen. Der Linken-Politiker stellte auf Nachfrage klar, dass er die Formulierung selbst für unglücklich hält. „Das ist verkürzt“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur und bat um Entschuldigung.Lesen Sie auchCarsten Linnemann lehnte die Bitte um Entschuldigung ab. „Von ‚verkürzt‘ zu sprechen, ist eine Unverschämtheit“, sagte der CDU-Generalsekretär gegenüber „Bild“. „Da wäre ich ja mal gespannt auf seine Langfassung. Die Aussage von Herrn Pantisano war glasklar. Jetzt versucht er, sich mit ‚verkürzt‘ rauszuwinden.“Lesen Sie auchGenerell ging der CDU-Politiker hart mit der Linken ins Gericht. „Nicht zuletzt hat der Parteitag am letzten Wochenende gezeigt: Die Linke ist geschichtsvergessen. Wer Christdemokraten mit Faschisten gleichsetzt, verharmlost den Horror und die Gräueltaten des Faschismus.“ Pantisano habe sich damit zum „Protagonisten der neuen linken Radikalen“ gemacht.Lesen Sie auchÄhnlich äußerte sich der Generalsekretär der CSU, Martin Huber. „Der neue Linken-Vorsitzende Luigi Pantisano muss nach seinem katastrophalen Fehlstart sofort zurücktreten. Wenn Pantisano die Union mit Faschisten gleichsetzt, dann gefährdet er den politischen Diskurs und greift unsere Demokratie frontal an“, sagte er.Huber sprach von einem „echten politischen Skandal, der die Opfer von Faschismus ebenso verhöhnt, wie er Demokratinnen und Demokraten in unserem Land beleidigt“. Als erster prominenter Unionspolitiker hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) Pantisano einen Rückzug nahegelegt.dpa/saha