Als die letzten Sonnenstrahlen den Magdeburger Dom in warmes Licht tauchen, ist die Tribüne auf dem Domplatz bereits bis auf den letzten Platz gefüllt. Manche Besucher sind mit Sitzkissen ausgestattet, andere nutzen die Zeit bis zum Beginn noch für ein Getränk oder eine Portion Popcorn. Die Atmosphäre erinnert an ein Sommerfestival – und genau das soll das DomplatzOpenAir auch sein. Mit Richard Rodgers' und Oscar Hammersteins Musicalklassiker „Oklahoma!“ eröffnet das Theater Magdeburg die diesjährige Freiluftsaison und setzt dabei auf große Gefühle, opulente Bilder und jede Menge Broadway-Flair.
Regisseur Erik Petersen, der nach seinem Domplatz-Erfolg „Rebecca“ nach Magdeburg zurückkehrt, nimmt das Publikum mit ins Jahr 1906. Im Mittelpunkt steht eine Gemeinschaft zwischen Farmern und Cowboys, in der sich mehrere Liebesgeschichten entfalten und Konflikte unter der scheinbar heilen Oberfläche brodeln. Vor allem die Beziehung zwischen der Farmerstochter Laurey Williams und Cowboy Curly McLain bildet das Zentrum des Geschehens.
Große Melodien, großer Ohrwurm
Schon die ersten Minuten zeigen, worauf diese Inszenierung setzt: Größe. Zahlreiche Darsteller sind auf der Bühne zu sehen. Chor, Ballett und Statisterie erschaffen ein lebendiges Bild des Alltags im ländlichen Oklahoma. Dazu kommt die „Magdeburgische Philharmonie“, die hinter der Bühne positioniert ist und per Livekamera zwischendurch sogar sichtbar gemacht wird. Musikalisch ist der Abend von Beginn an beeindruckend. Die bekannten Melodien entfalten ihre Wirkung, ohne nostalgisch zu wirken, und werden vom Ensemble mit sichtbarer Spielfreude vorgetragen. Vor allem der erste Song, der im Laufe des Stückes mehrfach wiederholt wird, bleibt definitiv im Kopf.











