Kurz vor dem Beginn der fünften Eurobike in Frankfurt sieht die Zukunft dieser Fahrradmesse düster aus. Die Ankündigung der deutschen Verbände der Fahrradindustrie, künftig zusammen mit der Kölner Messe eine eigene internationale Schau zu organisieren, könnte das Ende der Gemeinschaftsveranstaltung der Frankfurter und der Messe Friedrichshafen bedeuten: Die Ausrichter der neuen Messe konnten schon jetzt von zahlreichen Zusagen für ihre Schau in der ersten Septemberwoche 2027 berichten.In den September sollte auch die Frankfurter Schau von 2027 an verlegt werden. Der bisherige Termin der Eurobike war in der Vergangenheit mehrfach kritisiert worden; vielen Händlern erschienen Juni und Juli zu früh, um für die nächste Saison zu ordern.Aber auch die für Köln angekündigte Konzentration auf ein ausschließlich auf Fachpublikum ausgelegtes Format ohne Tage für Endkunden nimmt die Kritik auf, die es an Frankfurt gegeben hatte. Vor allem aber will man in Köln, wie es hieß, keine Messe, bei der auf einen europäischen Hersteller, der seine Produkte zeigt, fünf aus China kommen. Auch das kann als deutlicher Seitenhieb gegen Frankfurt gewertet werden, wo zuletzt immer mehr internationale Hersteller vertreten waren und sich mancher Aussteller beschwerte, es gehe der Messe nur darum, möglichst viel Fläche zu verkaufen. Denn unter den Ausstellern waren auch solche, die Räder mit Elektromotoren anbieten, die deutlich schneller sind, als hierzulande zulässig ist. Auch das war seitens der Fahrradverbände kritisiert worden.Wenig Unterstützung von der StadtDie Fahrradverbände hatten den Frankfurter Messeorganisatoren zuletzt vorgeworfen, dass die Interessen der deutschen und europäischen Fahrradindustrie, aber auch derjenigen, die sich mit der Zweiradmobilität beispielsweise im Leasinggeschäft oder bei Versicherungen beschäftigen, nicht ausreichend beachtet würden. In der neuen Veranstaltung sehen sie offenbar die Chance, dem mehr Gewicht zu verleihen.Kritisiert hatten sie auch, dass die Politik die Eurobike und die Anliegen der Branche nicht ausreichend unterstütze. In Köln können sie sich dessen offenbar sicherer sein, denn nicht nur der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD), sondern auch die stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) machten bei der Präsentation deutlich, wie willkommen die Branche mit ihrer Messe in Stadt und Land sei.Den Satz von Burmester „Als internationale Messestadt, jahrtausendealte Wirtschaftsmetropole und moderne Mobilitätsstadt bringt Köln die besten Voraussetzungen mit, um jetzt zu einem Knotenpunkt der Fahrradbranche zu werden“ darf die Stadt Frankfurt ebenso wie die Messegesellschaft als schallende Ohrfeige verstehen.