Bei der Deutschen Bahn dürfte der Vorstand bald endlich wieder komplett sein. Wie dem Tagesspiegel aus Konzernkreisen bestätigt wurde, soll der Aufsichtsrat am Donnerstag Michael Obrowski zum neuen Finanzvorstand der Deutschen Bahn wählen. Aktuell ist Obrowski noch Finanzvorstand der VW-Tochter Volkswagen Nutzfahrzeuge.Obrowski soll Karin Dohm ablösen, die die Deutsche Bahn nach nur vier Monaten im Amt wieder verlassen musste. Dohm hatte erst im Dezember nach einer halbjährigen Vakanz die Nachfolge von Levin Holle angetreten, der zu Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ins Kanzleramt gewechselt ist und dort die Abteilung für Wirtschafts- und Finanzpolitik leitet.Dohm hatte es sich bei der Bahn binnen kürzester Zeit mit allen verscherzt. So gelang es ihr nicht, angesichts der geplanten Umstrukturierung des Bahnkonzerns ein Vertrauensverhältnis zum mächtigen Arbeitnehmerflügel der Bahn aufzubauen. Die Bahntochter DB Services wollte sie ohne Rückkopplung mit ihnen auflösen.Auch Bahnchefin Evelyn Palla verlor dadurch das Vertrauen in die Managerin, die vier Jahre als Finanzvorständin bei der Baumarktkette Hornbach tätig war und dasselbe Amt beim Autozulieferer und Reifenhersteller Continental nur kurzzeitig bekleidete. Bahnchefin ist einzige Frau im Vorstand Die Entscheidung für Obrowski ist insofern überraschend, als Evelyn Palla damit künftig die einzige Frau im fünfköpfigen Bahnvorstand ist. Denn Palla hat sich im November auch von der bisherigen Vorständin für Güterverkehr, Sigrid Nikutta, getrennt und sie durch den früheren Chef der Stahlsparte von Thyssenkrupp, Bernhard Osburg, ersetzt.Für Obrowski dürfte seine langjährige Erfahrung in Großkonzernen mit starker Arbeitnehmervertretung gesprochen haben. Schließlich arbeitete Obrowski bereits seit 1995 für Volkswagen. Bevor er Vorstand für Finanzen und IT bei Volkswagen Nutzfahrzeuge wurde, war er Chef der Controlling-Abteilung der Konzernmutter.Obrowski muss nun jenen Konzernumbau mitgestalten, der Karin Dohm zum Verhängnis wurde. Als Finanzvorstand wird er künftig unter anderem für die Kontrolle der IT-Tochter DB Systel, der DB Services GmbH sowie für weitere konzerninterne Dienstleister zuständig sein.Auch auf Obrowski dürften harte Verhandlungen mit den Arbeitnehmern zukommen. Zudem steht Obrwowski vor der Herausforderung, wie er mit den gestiegenen Baukosten beim Projekt Stuttgart 21 umgeht, das nach derzeitigen Prognosen erst Ende 2031 – sechs Jahre später als zuletzt geplant – fertig werden wird.
Ehemaliger VW-Manager vor schwierigem Job: Michael Obrowski wird neuer Finanzvorstand der Bahn
Nach vielen Wechseln soll der Bahnvorstand bald wieder komplett sein. Auf den neuen Finanzchef warten zwei große Herausforderungen.








