Ihm sei es lediglich um eine Abschreckung und um ein Signal gegangen, sagte der Angeklagte vor Gericht. Der Mann soll zwischen Juni und August 2024 mehrfach Drahtseile über dem sogenannten Dachstrail aufgehängt haben, eine bei Mountainbikern beliebte, aber auch illegale Strecke zwischen den Orten Eberstadt und Grantschen. Solche Seile können zu gefährlichen Stürzen führen.Mordmerkmal der Heimtücke?»Ich habe die zunehmende Nutzung des Trails als massives Problem für die Wildtiere und andere Waldbesucher erlebt«, so der Gartenbauer in einer Erklärung, die seine Verteidigerin verlas. Über Jahre habe er sich bemüht, die Nutzung auf legale Weise zu unterbinden. »Leider kam von den Bikern auf all meine Bemühungen hin keine Reaktion«, heißt es in dem Statement. Im Gegenteil: Der Trail sei immer intensiver genutzt worden. Dennoch sei es »eine absolut falsche Entscheidung gewesen«, die Drähte zu spannen.

Die ersten Drähte waren beim Durchfahren gerissen – ohne dass jemand verletzt wurde. Daraufhin spannte der Mann ein stabileres Seil, das laut Staatsanwaltschaft auf 1,20 Meter Höhe kaum zu sehen gewesen sei.Ein Mountainbiker bemerkte die Falle rechtzeitig und konnte gerade noch bremsen. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist durch den weiteren Versuch das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt. Seit September 2024 ist der Haftbefehl gegen den Jagdpächter außer Vollzug gesetzt, er ist auf freiem Fuß.