Olympische Winterspiele 2038 in der Schweiz: Bundesrat will 200 Millionen Franken bezahlen, verspricht aber, es gebe keine DefizitgarantieTrotz Geldsorgen kann der Sportminister Martin Pfister bekanntgeben, dass der Bundesrat die Olympischen Spiele finanziell unterstützen will. Für ein Defizit würden Private geradestehen.22.06.2026, 08.30 Uhr2 LeseminutenAm Montag durfte er ausnahmsweise über Sport statt Landesverteidigung sprechen: Bundesrat Martin Pfister.ANTHONY ANEX / KEYSTONEfab. Während die besten Fussballer der Welt den Schweizer Fans mit ihren zeitverschobenen Auftritten in den USA den Schlaf rauben, arbeitet man hierzulande eifrig daran, wieder einmal ein sportliches Grossereignis ins eigene Land zu holen. Die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2038 sollen in der Schweiz stattfinden: Diesen Plan verfolgen das Nationale Olympische Komitee der Schweiz (Swiss Olympic) sowie ein eigens für den Anlass gegründeter Verein.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Sie können voraussichtlich auf einen Beitrag der öffentlichen Hand zählen, zumindest wenn es nach dem Bundesrat geht. Am Montag gab der Sportminister Martin Pfister bekannt, dass die Landesregierung an der Unterstützung im Umfang von 200 Millionen Franken festhalten will. In der Vernehmlassung sei der Planungsbeschluss «grossmehrheitlich» begrüsst worden.Ob das Geld tatsächlich fliesst, wird jedoch das Parlament entscheiden. Mit Widerstand ist zu rechnen. Die Finanzlage des Bundes ist zwar besser als erwartet, aber nach wie vor angespannt. Zudem scheinen Olympische Spiele hierzulande nicht mehr besonders populär zu sein: 2013 und 2017 haben sich die Bündner an der Urne gegen Spiele im eigenen Kanton ausgesprochen, 2018 taten es ihnen die Walliser gleich.Organisatoren müssten Verluste tragenDer Bundesrat beteuert, dass die Steuergelder nur unter klaren Auflagen fliessen sollen. Zum einen verlangt der Bund, dass sich auch die Kantone und Gemeinden der Austragungsorte mit mindestens dem gleichen finanziellen Beitrag an den Kosten für die Planung und Durchführung beteiligen.Zum anderen gibt der Bundesrat in dem Punkt, der in der Vergangenheit stets für grosse Diskussionen gesorgt hat, bereits jetzt Entwarnung: Er gelobt, der Bund werde keine Defizitgarantie abgeben. Die Organisatoren müssten allfällige Verluste selbst tragen und für diese haften. Der Bundesrat verlässt sich auf den Verein, der «eine privat finanzierte Defizitgarantie von 200 Millionen Franken» vorsehe. Die Gesamtkosten der Spiele sollen 2,2 Milliarden Franken betragen.Die 200 Millionen Franken vom Bund sollen für verschiedene Zwecke verwendet werden. Die grössten Einzelposten umfassen 60 Millionen für die Paralympischen Spiele sowie 50 Millionen für die Verbilligung des öffentlichen Verkehrs für die Besucher. Zusätzlich zu den 200 Millionen Franken kämen noch die Ausgaben für die Sicherheit hinzu, die der Bund «im Rahmen seiner üblichen Zuständigkeiten übernehmen wird».Risiken für den Bund «kontrollierbar»Eine alte Streitfrage wird noch zu reden geben: Muss der geplante Beitrag dem Referendum unterstellt werden, damit das Volk das letzte Wort hat? Der Bundesrat verneint dies einmal mehr, weil die Vorlage nicht «von grosser Tragweite» sei.Das finanzielle Engagement sei deutlich kleiner als bei früheren Kandidaturen. Und: Der Bundesrat geht angesichts des Konzepts der Organisatoren davon aus, dass die Risiken für den Bund «kontrollierbar» seien. Da es dezentrale Spiele sein sollen, werden sich auch die Parlamente und die Bevölkerung an den einzelnen Wettkampfstätten demokratisch äussern können.Passend zum Artikel
Olympische Spiele 2038 in der Schweiz: Bundesrat will finanzieren, ohne Defizitgarantie
Trotz Geldsorgen kann der Sportminister Martin Pfister bekanntgeben, dass der Bundesrat die Olympischen Spiele finanziell unterstützen will. Für ein Defizit würden Private geradestehen.







