Die offene Kinder- und Jugendarbeit soll in Bremen neu aufgestellt werden. Doch das Geld reicht nicht für alle.
E twa 20 Menschen haben es nicht mehr hineingeschafft. Sie stehen am 11. Juni, einem Donnerstag, mit Transparenten vor dem Bremer Jugendausschuss. Hier soll die offene Kinder- und Jugendarbeit neu aufgestellt werden. Es wird kurz darüber diskutiert, ob die Tagesordnungspunkte neun und zehn, die die offene Kinder- und Jugendarbeit betreffen, nicht vorgezogen werden können. Schließlich seien viele Kinder und Jugendliche extra direkt von der Schule gekommen, um sich an der Diskussion zu beteiligen.
Für den Einwand sei es zu spät, die Tagesordnung könne aus logistischen Gründen nicht umstrukturiert werden. Ob man denn wenigstens die Kinder und Jugendlichen hereinlassen könne, die vor der Tür stehen? Eigentlich nicht, heißt es, wegen des Brandschutzes. Aber na gut. Mehrere Kinder setzen sich auf den Boden. Sie haben keinen Sitzplatz bekommen und keiner der Erwachsenen bietet seinen Stuhl an. Vor ihnen liegen Schulranzen und selbstgebastelte Schilder mit der Aufschrift: „Freizi Neustadt soll offen bleiben! Es ist unser zweites Zuhause, checkst du?“
„Freizi“ ist die Abkürzung für „Jugendfreizeiteinrichtung“. Das sind offene Häuser, in die Jugendliche kostenlos und ohne Anmeldung kommen können. Es gibt diese außerschulischen Bildungsorte in allen Stadtteilen, vor allem aber in sozialen Brennpunkten. Es wurden Qualitätsstandards entwickelt, um längere Öffnungszeiten und eine verlässliche Finanzierung der Freizis zu sichern. „Es ist wichtig und gut, dass Standards eingeführt werden“, sagt Janna Voss, die Hauptamtliche eines Freizis in der Vahr. „Das Problem ist nur, dass Bremen nicht genug Geld investiert, um diese Standards überall einzuführen. Deshalb müssen jetzt gegebenenfalls mehrere Häuser schließen.“







