PfadnavigationHomeSportTennis„Zu viel Insulin gespritzt“ – Zverevs dramatisches Aus in HalleVon Sebastian KayserStand: 20:48 UhrLesedauer: 3 MinutenAlexander Zverev sitzt erschöpft auf der BankQuelle: Getty Images/Thomas F. StarkeTennis-Star Alexander Zverev hat nach seinem Aus in Halle überraschende Gesundheitsprobleme offenbart. Neben Rückenbeschwerden brachte ihn vor allem eine Fehlfunktion seines Diabetes-Messsystems in Bedrängnis.Alexander Zverev verlor beim Tennis-Rasenturnier in Halle/Westfalen 7:6, 4:6, 5:7 gegen seinen Angstgegner Taylor Fritz (USA). Viele dachten, dass die Hitze die Ursache für die Pause im ersten Satz war, als er beim Stand von 3:4, 40:40 in der Kabine verschwand. Und dass die 35 Grad auch dafür verantwortlich waren, dass der Hamburger immer wieder in die Hocke ging oder sich nach vorn beugte und auf seine Knie stützte und körperlich am Ende war.Aber es gab zwei andere Ursachen: Sein Rücken und sein Diabetes. Der Rücken, mit dem er das gesamte vergangene Jahr Probleme hatte, meldete sich erneut. „Er hat zugemacht. Deswegen nahm ich die Pause im ersten Satz. Da haben sie mich in der Kabine wieder eingerenkt“, sagt der French-Open-Champion. War aber nur das kleinere Übel. Das größere zog sich durch die gesamte Partie. Eine dramatische und völlig neue Erfahrung für die Nummer 3 der Welt.Lesen Sie auchZverev: „Ich hatte extreme Probleme mit meinem Zucker heute, weil der Sensor, den ich habe, einen falschen Zuckerwert angezeigt hat.“ Diabetiker vom Typ 1, die sich Insulin spritzen müssen, haben einen Sensor im hinteren Oberarm oder am unteren Rücken, etwa so groß wie ein Ein-Euro-Stück. Der misst in Echtzeit den aktuellen Blutzuckerwert. Sehen kann man den auf dem Handy oder einem Lesegerät, einer Art Mini-Computer. Doch Sensor oder Computer versagten offenbar.„Das Gerät zeigte extrem hohen Zucker an“„Ich habe viel zu viel Insulin gespritzt, habe in den ersten 45 Minuten des Matches knapp 350 Gramm Zucker über Glukose-Gels zu mir genommen. Ich habe mich scheußlich gefühlt. Ich war im zweiten Satz körperlich nicht da, im dritten war es schwierig für mich. Aber unabhängig davon hat Taylor besser gespielt als ich und verdient gewonnen“, so der Olympiasieger von 2021.Aber wie kann das passieren? „Ich weiß es nicht, ich habe die Sensoren seit zehn Jahren, und es ist noch nie was passiert. Ich musste aber die Gels zu mir nehmen, sonst wäre ich die ganze Zeit unterzuckert gewesen“, so Zverev. „Ich habe es kurz vorm Match gemerkt. Das Gerät zeigte extrem hohen Zucker an, aber ich habe mich eher gefühlt, als hätte ich niedrigen Zucker. Und dann habe ich gemessen und er war tatsächlich sehr niedrig. Da wusste ich, dass das ein schwieriger Tag wird.“ Mit einem Pieks in den Finger und einem Teststreifen kann man den Wert auch ohne Sensor ermitteln.Lesen Sie auchIronie des Schicksals: Zverev wird am Montag mit seiner Diabetes-Stiftung und der „WorldChanger“-Initiative im Hotel Stanglwirt in Going (Österreich) am Wilden Kaiser seine jährliche Veranstaltung für den Kampf gegen Diabetes bei Kindern haben. Mitte der Woche geht es dann schon zum dritten Grand-Slam-Turnier des Jahres nach Wimbledon. Dann wird er fit sein. „Ich denke nicht, dass es wegen der Sache heute Probleme geben wird.“In London wird dann die Reisegruppe Zverev ein bisschen kleiner sein als in Halle/Westfalen. Oma Natalia Fateeva (78) muss zurück nach Sotschi, ihr Visum läuft aus. Auch Tochter Mayla (5) und ein Sohn seines Bruders Mischa (38) werden wieder nach Hause fahren. Zverev lacht: „So ein paar Kinder und vier Hunde geben Energie, nehmen aber auch in gewisser Weise Energie. Da wird viel gespielt und da muss der Papa auch ran, aber es war eine wunderschöne Woche und hat mir riesig Spaß gemacht.“ Wenn dieses dramatische Ende nicht wäre...
Tennis: „Zu viel Insulin gespritzt“ – Zverevs dramatisches Aus in Halle - WELT
Tennis-Star Alexander Zverev hat nach seinem Aus in Halle überraschende Gesundheitsprobleme offenbart. Neben Rückenbeschwerden brachte ihn vor allem eine Fehlfunktion seines Diabetes-Messsystems in Bedrängnis.











