Seit drei Jahren regiert die extrem rechte Perussuomalaiset in Finnland mit, schleift den Sozialstaat, diskriminiert Migranten. Doch Hoffnung ist in Sicht.
Glaubt man dem „World Happiness Report“, lebt es sich in keinem Land der Welt besser als in Finnland. Und das schon seit neun Jahren. Hier ist unter anderem die relative Ungleichheit gering, die Lebenserwartung hoch und – anders als in vielen anderen, besonders auch westlichen Staaten –, das Vertrauen in die politischen Institutionen noch groß.
Noch. Seit genau drei Jahren sägt die rechtsgerichtete Regierung an einer der Grundlagen für die finnische Glückseligkeit: dem Sozialstaat. Das Land erlebt derzeit die strengsten Sparmaßnahmen seiner Geschichte, etwa bei den staatlich finanzierten Medien und im Gesundheitswesen. Und besonders die extrem rechte Partei Perussuomalaiset (PS), was grob mit Wahre Finnen übersetzt werden kann, scheint darum bemüht, dass Vertrauen der Menschen ineinander zu erodieren.
Am 20. Juni 2023 wurde die Vierparteienregierungskoalition vereidigt. Angeführt wird sie von der konservativen Nationalen Sammlungspartei, die bei der Wahl mit 20,8 Prozent nur sehr knapp vor der PS (20,1 Prozent) gelandet war. Kurz darauf, im Juli 2023, erschütterte ein Post auf der Plattform X die finnische Öffentlichkeit. Jemand veröffentlichte alte Screenshots aus dem Kommentarbereich eines Online-Blogs. „Wenn man mir eine Waffe geben würde, gäbe es sogar in einem Nahverkehrszug Leichen“, schrieb demnach im Jahr 2008 eine Nutzerin namens „riikka“. Sprach darin auf ein „Migrationsproblem“ an, das Helsinki habe.










