Der Bundestagsabgeordnete Stephan Protschka bleibt Vorsitzender der bayerischen AfD. Nach einem erbittert geführten internen Machtkampf wurde der Niederbayer auf einem Landesparteitag in Passau im Amt bestätigt. Und das mit großer Mehrheit, weil es am Ende überraschend doch keinen Gegenkandidaten gab: Protschkas Bundestags-Kollege Reinhard Mixl, der eine Bewerbung angekündigt hatte, trat doch nicht an.Für Protschka stimmten nach Angaben des Wahlleiters dann gut 79 Prozent der anwesenden Mitglieder.Protschka behauptete vor der Wahl, die Partei sei „nicht zerstritten“. Kurz vor dem Wochenende hatte er allerdings schwere Vorwürfe gegen Teile seines eigenen Landesvorstands erhoben und davon gesprochen, dass externe Kräfte die Partei „kapern“ wollten. Abgeordnete aus den eigenen Reihen, so behauptete Protschka, hätten sich kaufen lassen, um ihn zu stürzen.Vor dem Landesparteitag in Passau:„Lügen“, „Vetternwirtschaft“ und eine Rolex: Bayern-AfD zerlegt sich selbstAm Wochenende wählt die Rechtsaußen-Partei eine neue Spitze. Die zwei Bundestagsabgeordneten Stephan Protschka und Reinhard Mixl treten gegeneinander an. Über einen Machtkampf auf offener Bühne.Am Ende setzte sich Protschka, der nach eigenen Angaben von Bundeschefin Alice Weidel und dem rechtsextremen Kopf der AfD in Thüringen, Björn Höcke, unterstützt wurde, mit einem neuen Team durch. Gut möglich, dass der interne Druck auf das Gegenlager rund um Mixl am Ende doch zu groß war.Dem neuen Vorstandsteam gehören in führenden Positionen künftig auch der AfD-Europaabgeordnete Markus Buchheit sowie die Chefin der AfD-Landtagsfraktion, Katrin Ebner-Steiner, an.Protschka beleidigte in seiner Rede Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als „Lügenfritze“ und sagte, die AfD werde Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) „aus dem Maximilianeum treiben“. Buchheit, nun zweiter Mann in der Landespartei hinter Protschka, räumte ein: „Jawoll, die bayerische AfD war ein Hort des Chaos“, doch nun werde man geschlossen auftreten. Ebner-Steiner sagte: „Wir müssen wieder lernen, konstruktiv zu sprechen.“Protschka sah sich Druck und Drohungen ausgesetztIn den vergangenen Wochen hatte hinter den Kulissen und zuletzt auch auf offener Bühne ein erbitterter Machtkampf getobt. Dies gipfelte etwa in einem Brief des Teams Protschka an den AfD-Bundesvorstand. Beklagt wurde darin „der gezielte Versuch externer Netzwerke, die freie Willensbildung unseres stärksten Landesverbandes zu kapern“. Der Landesvorsitzende sah sich Druck und Drohungen ausgesetzt.Beispiellos gestaltete sich schon der Beginn des Parteitags. Nicht wie sonst üblich der Landesvorsitzende, sondern andere Vorstandsmitglieder wollten den Tätigkeitsbericht des Landesvorstands vorstellen, möglicherweise gemeinsam. Der Parteitag stimmte dann aber mit großer Mehrheit für den Antrag eines Mitglieds, dass allein Protschka für den Bericht das Wort erteilt werden soll.Spätestens da zeichnete sich ab, dass Protschka mit einer Mehrheit würde rechnen können. Ob und wann Mixl sich entschied, anders als angekündigt doch nicht zur Vorsitzendenwahl anzutreten, wurde zunächst nicht bekannt.
AfD: Kampfabstimmung in Bayern überraschend abgeblasen - Protschka bleibt Chef
Nach einem heftigen Machtkampf mit schweren Vorwürfen fällt das Duell bei der AfD in Bayern aus.









