Dieses Wochenende ist Sommersonnenwende, midsommar bei den Schweden. Ob Babylon, Stonehenge, Nebra (Himmelsscheibe!) – für vergangene Kulturen war das einer der wichtigsten Tage des Jahres. Ihre ganz eigene Sonnenwende erlebt nun unsere heutige Kultur.
So haben die EU-Staaten im Frühling neue Höchstmengen an Sonnenstrom erzeugt. Und weltweit wurden 2025 mehr Solarzellen angeschlossen denn je. Die Internationale Energieagentur rechnet mit einer Verdopplung binnen fünf Jahren, künftige Rekorde sind praktisch gewiss. Auch die Windkraft legt zu, aber am stärksten eben die Solarkraft.
Deren exponentielles Wachstum wird die Klimakiller Kohle und Gas aus der Stromproduktion herausdrängen. Viel zu spät für so viele Gletscher, Korallen, schutzlose Menschen, ja. Zugleich gilt: Was früher nach fiebriger Fantasie geklungen hätte, ist heute machbar. So lagen die Erneuerbaren 2025 erstmals vor der Kohle. Der Stromhunger weltweit wächst, auch durch KI, doch die sauberen Quellen wachsen noch schneller. Das sind gute Nachrichten.
Aber Stromverbrauch, das ist ja nur eine Facette des Energiehungers der Menschheit.
Deshalb ist die Idee so wichtig, die gerade in Bonn in die Welt gesetzt wurde. Beim Vorbereitungstreffen für den Klimagipfel im Herbst in Antalya haben die türkischen Gastgeber ein »globales Elektrifizierungsziel« vorgeschlagen. Bis zum Jahr 2035 sollten weltweit 35 Prozent der genutzten Energie Strom sein – im Moment ist es gut ein Fünftel. Das Tempo des Wandels müsste verdoppelt werden. Gewaltig? Dringend nötig! Wie sonst will man bis Mitte des Jahrhunderts klimaneutral werden? Der türkische Vorschlag zielt darauf, dass auch beim Verkehr, in Gebäuden und der Industrie künftig viel häufiger nicht mehr Moleküle verbrannt werden, sondern Elektronen fließen. Und die stammen, siehe oben, dann immer häufiger aus sauberen Quellen.









