Die Getränkeindustrie zählt seit drei Jahrzehnten zu den Pfeilern der lokalen Wirtschaft in Baruth/Mark. Doch in der Stadt im brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming regt sich leiser Widerstand. Mit der Übernahme der Baruther Urstromquelle durch Red Bull und Rauch, verbunden mit der geplanten Erweiterung, wachsen bei Anwohnern die Bedenken, dass die heimischen Ressourcen zur Mangelware werden könnten. Neben der bestehenden Getränkeabfüllung soll auch ein neues Dosenwerk entstehen.Mitte Mai haben Kritiker des Projekts daher einen Stand auf dem Wochenmarkt auf dem Kirchvorplatz aufgebaut. Sie schenken Gratiswasser aus und verteilen ihr Magazin: das „Stattblatt“. Es ist eine Reaktion auf einen Beitrag im kommunalen „Stadtblatt“, in dem der Eigenbetrieb Wabau Bedenken wegen eines drohenden Wassermangels ausräumen will. Bei den Mitgliedern des Ressourcen-Bündnisses Baruth ist das offenkundig nicht gelungen. Ihre selbst verlegte Publikation verstehen sie als Reaktion, weil eine Gegendarstellung nicht ermöglicht werde.

Konflikt nur schwer aufzulösen

Die Fronten sind verhärtet. Auf der einen Seite verstehen Lokalpolitik und Verwaltung den plötzlichen Wirbel nicht. Auf der anderen Seite beklagen Bürger ein intransparentes Vorgehen zulasten der Bevölkerung. Auflösen lässt sich der Konflikt in der aktuellen Gemengelage kaum.Zum Kern der Sache: Die Wasserrechte lagen und liegen bei der Stadt Baruth/Mark und erlauben die Förderung von 7000 Kubikmetern Grundwasser je Tag oder 2.555.000 Kubikmetern pro Jahr. Diese Genehmigung ist seit 2018 gültig, einen Großteil davon darf die Urstromquelle entnehmen. Nicht einmal zehn Prozent sind für die regionale Trinkwasserversorgung notwendig. Daran soll sich auch nichts ändern.