In Deutschland haben es Menschen mit psychischen Problemen nicht leicht, Hilfe zu finden. Oft müssen sie monatelang auf einen Therapieplatz warten. Als Alternative greifen deshalb immer mehr Menschen auf Chatbots zurück – insbesondere jüngere Generationen, die besonders stark belastet sind. Aber auch die KI-basierte Unterstützung hat ihre Grenzen, denn es bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich Fehlinformationen und Datenschutz.Anzeige

Psychische Belastungen nehmen zu

Laut einer Erklärung des Bundestags ist die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Belastungen stark gestiegen. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 147 Millionen solcher Krankheitstage erfasst, wobei Frauen deutlich stärker betroffen sind. 2014 lag die Zahl noch bei 70 Millionen. Daraus ergibt sich Anstieg von 110 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Besonders Jüngere berichten von hoher psychischer Belastung. Laut einer Untersuchung des Jugendforschers Simon Schnetzer sagen 29 Prozent der 14- bis 29-Jährigen von sich, dass sie psychologische Hilfe benötigen. „Die Ergebnisse der Trendstudie zeigen auf dramatische Weise, wie sehr die Belastungen der letzten Jahre den jungen Menschen zusetzen – in Form von Stress, Erschöpfung und wachsender Perspektivlosigkeit“, so Schnetzer gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Die Lage könnte sich weiter zuspitzen: Zum 1. April 2026 haben die gesetzlichen Krankenkassen die Honorare für Psychotherapeut:innen um 4,5 Prozent gekürzt – trotz hoher Nachfrage.