Stand: 20.06.2026 • 11:26 Uhr

Mehr als 1,3 Millionen sudanesische Geflüchtete leben in Kairo. Trotz milliardenschwerer EU-Hilfen für Ägypten fliehen viele weiter Richtung Europa - aus Angst und wegen gekürzter Hilfsangebote.

Mariam zeigt ihr neues Zuhause. Seit ein paar Monaten lebt die junge Sudanesin in der ägyptischen Hauptstadt Kairo - geflohen vor dem Krieg in ihrer Heimat. "Es war so schlimm im Sudan, so hart", sagt die 25-Jährige. Deshalb sei sie geflohen, habe gehofft, dass sie in Ägypten weiterstudieren und arbeiten kann. Sie habe sich auf den Weg gemacht, obwohl es gefährlich gewesen sei.

Doch ihre neue Welt erfüllt die Hoffnungen nicht: Eine staubige Seitenstraße mitten in einem der ärmsten Viertel von Kairos Häusermeer, unverputzte Gebäude, die Straßenschlucht so schmal, dass kaum der Himmel zu sehen ist. Über eine wacklige Treppe, nur von einer Glühbirne beleuchtet, geht es ein paar Stockwerke hinauf in die kleine angemietete Wohnung. Drei karg eingerichtete Zimmer, ein paar Betten und Stühle, ein altes Sofa - hier wohnt Mariam mit ihren Eltern und jüngeren Geschwistern, acht Menschen auf engstem Raum.

Flucht als einzige Möglichkeit