PfadnavigationHomeReisePlaymobilfigur für UrlauberWas hinter der „Mariemania“ im Schwarzwald stecktVon Kira HanserVerantwortliche Redakteurin im Ressort Stil, Leben und ReiseStand: 10:32 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Schwarzwald-Marie und ihr Schwarzwald-Hannes als Playmobil-DuoQuelle: Baiersbronn Touristik/Max GünterDie „Schwarzwald-Marie“ gibt es nur in der südwestlichen Urlaubsregion. Sie ist ein Überraschungshit und ständig vergriffen. Der Boom inspiriert nun auch andere Ferienorte zu eigenen Heimat-Helden für Urlauber.Kleine Figur, große Wirkung. Ohne Marie läuft im Schwarzwald so gut wie nichts mehr. Ständig fragen Urlauber, unterwegs in Freiburg, Baiersbronn und Freudenstadt, nach der neuen Spielfigur: mit rotem Bollenhut, Trachtenmieder, in der Hand eine Schwarzwälder Kirschtorte. Marie ist vergriffen. Ein Bestseller.Wer hätte gedacht, dass das – sagen wir mal, ziemlich trutschige – Schwarzwaldmädel, das wie die Kuckucksuhr seit jeher als Symbol für die Ferienregion herhalten muss, solch ein Comeback feiert?Im Schwarzwald jedenfalls ist man vom Überraschungserfolg überrumpelt. Dort hatten sich der Baiersbronner Bürgermeister Michael Ruf und Tourismusexperten der Ferienregion zusammengesetzt, um nach einem „Stück Heimat zum Spielen und Sammeln“ zu suchen. Ihre Wahl fiel auf die bewährte Schwarzwald-Marie. Im August 2025 wurde sie als Sonderfigur beim fränkischen Spielwaren-Hersteller Playmobil in Auftrag gegeben, verkauft wird sie nur im Schwarzwald. 25.000 Stück, das müsste doch zu schaffen sein, lautete das ehrgeizige Ziel der Schwarzwälder. Lesen Sie auchTatsächlich sind in diesen zehn Monaten bereits 225.000 Exemplare der Schwarzwald-Marie geordert worden. Wegen der hohen Nachfrage laufen die Plastik-Maries zur Hochsaison quasi wie Nikolausmänner vom Band: „Ende Juni wird eine dritte Auflage von gut 80.000 Figuren erscheinen“, sagt Heiko Klumpp von der Baiersbronn Touristik. Lesen Sie auchDas hat auch andere Ferienregionen wachgerüttelt. Wenn Spielfiguren im Schwarzwald so gut laufen, müsste das ja auch woanders funktionieren. Etwa in Ostfriesland. So hat die friesische Stadt Jever seit dem 22. Mai ebenfalls eine Playmobil-Heldin, die sie exklusiv anbietet: die historische Maria von Jever mit Helm und Hund. Mittelrheintal kontert mit blonder Loreley Auch im Mittelrheintal wird getüftelt: Ende 2026, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, soll dort die Sagengestalt der Loreley, die als wunderschöne Nixe auf dem Schieferfelsen bei St. Goarshausen Schiffe zerschellen ließ, bespielbar sein: blondes wallendes Haar, blaue Augen, mit goldenem Kamm in der Hand. „Mit unserer Sonderfigur Loreley lassen wir die berühmte Rheinlegende in neuem Glanz erstrahlen“, erklärt Geschäftsführerin Ulrike Dallmann von Loreley Touristik. „Sie bringt den Zauber unserer berühmten Felsenlandschaft direkt ins Kinderzimmer und in die Sammlung.“ Und die Urlauber zum Mittelrhein.Die Schwarzwälder jedenfalls halten die Mariemania geschäftstüchtig am Laufen. In einer Fan-Abstimmung der Gemeinde Baiersbronn wurde Schwarzwald-Marie jetzt kurzerhand verkuppelt – und zwar mit dem „bodenständigen Schwarzwaldjungen Hannes“ mit Trachtenanzug, Trompete und Hut.Schwarzwald-Marie hat geheiratetUnd schon steht damit das nächste Spielfiguren-Paar bereit, das ab Ende Juli ebenfalls nur im Schwarzwald erhältlich sein wird. Die pausbäckige Marie hält jetzt statt einer Torte einen Rosenstrauß in der Hand – und trägt statt eines roten einen schwarzen Bollenhut, wie es traditionell für verheiratete Frauen in den drei Schwarzwald-Dörfern Gutach, Wolfach-Kirnbach und Hornberg-Reichenbach üblich war – und heute noch als Brauchtum gepflegt wird.Da geht noch was, könnte man meinen. So könnte sich bereits 2027 Nachwuchs ankündigen. Dann dürften Urlauber eine mütterliche Marie in Alltagstracht bekommen: mit schlicht kariertem Kleid, praktischer Schürze und einem Leinenhäubchen. Vielleicht lässt sie sich ja auch irgendwann scheiden – das allerdings ist in der heilen Welt der Schwarzwald-Geschichten nicht vorgesehen. Eine Tracht für Geschiedene hat es nie gegeben.
Playmobilfigur für Urlauber: Was hinter der „Mariemania“ im Schwarzwald steckt - WELT
Die „Schwarzwald-Marie“ gibt es nur in der südwestlichen Urlaubsregion. Sie ist ein Überraschungshit und ständig vergriffen. Der Boom inspiriert nun auch andere Ferienorte zu eigenen Heimat-Helden für Urlauber.









