Schwere Unwetter mit Starkregen sind über Teile von Rheinland-Pfalz gezogen – und haben zu schweren Überschwemmungen geführt. Besonders betroffen war der Rhein-Lahn-Kreis. Eine Sprecherin des Kreises sprach nach vorläufigen Daten von einem Hochwasser, wie es statistisch nur alle 50 Jahre vorkommt. Die Feuerwehr wurde Dutzende Male gerufen, größere Schäden blieben aus.Die Pegelstände der Flüsse Dörsbach, Mühlbach und Ahr stiegen am Freitagabend binnen kürzester Zeit stark an. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hatte bereits am Abend zeitweise vor einem Extremhochwasser gewarnt. Zwischenzeitlich war auch eine Koordinierungsstelle beim Katastrophenschutz eingerichtet worden. Im Laufe der Nacht fielen die Pegelstände wieder.Die Messstelle beim Kloster Arnstein zeigte, wie schnell der Pegelstand des Dörsbachs stieg: Der Wasserstand lag gegen 17.00 Uhr noch bei 27 Zentimetern. Bis 20.45 Uhr stieg der Pegelstand bis auf 1,96 Meter an. In den Stunden danach fiel der Wasserstand wieder deutlich.Mittelaltermarkt abgesagtBesonders betroffen war den Angaben zufolge der Bereich der Stadt Katzenelnbogen. Dort musste wegen der Überflutungsgefahr ein Mittelaltermarkt kurzfristig abgesagt werden. Auch ein Zeltlager wurde vorsorglich evakuiert.Die Feuerwehr war zu vielen Einsätzen gerufen worden. Die Einsatzkräfte seien vor allem wegen überfluteter Straßen und umgestürzter Bäume mehr als 60-mal ausgerückt, hieß es.In Obernhof stürzte ein Baum auf das Dach eines Ferienhauses und riss dabei auch die Stromleitung um. Wie hoch der Schaden in diesem Fall ist, konnte die Polizei zunächst nicht beziffern. Größere Schäden seien aber nicht bekannt. Auch Verletze gebe es nicht, wie eine Sprecherin sagte.Neun Menschen bei Blitzeinschlag auf Sportfest verletztAuch in anderen Bundesländern wurden Unwetter gemeldet. Bei einem Blitzeinschlag während eines Sportfests in Rastatt in Baden-Württemberg südlich von Karlsruhe wurden neun Menschen verletzt. Sechs von ihnen kamen in ein Krankenhaus, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. In Lebensgefahr schwebt demnach jedoch niemand.In Nordrhein-Westfalen musste die Feuerwehr Dutzende Male ausrücken. Zwischen Köln und Bonn zog ein „heftiges Hagelgewitter“ durch, berichteten Wetterseiten. Zum Teil gab es sogar größeren Hagel bis zu fünf Zentimeter Durchmesser, schreibt „wetteronline“.Zu mehr als 100 Einsätzen ist die Feuerwehr wegen des Unwetters in Bergheim (Rhein-Erft-Kreis) ausgerückt. Vorwiegend waren die Einsatzkräfte wegen vollgelaufener Keller und umgestürzter Bäume alarmiert worden, hieß es in einer Mitteilung der Feuerwehr. In einigen Kellern stand den Angaben zufolge das Wasser rund 30 Zentimeter hoch. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand.Wegen des Unwetters und der zahlreichen Einsätze sei am Freitagabend „Stadtalarm“ ausgelöst worden. Daraufhin hätten sich alle verfügbaren Einheiten im Einsatz befunden, hieß es weiter. Zudem richteten die Feuerwehrleute eine Koordinierungsstelle ein, um die zahlreichen Einsätze zu organisieren. Insgesamt seien mehr als 120 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen.Auch im gut 20 Kilometer entfernten Pulheim musste die Feuerwehr knapp ein Dutzend Mal ausrücken. Vor allem seien Äste auf Straßen gestürzt, teilte die örtliche Feuerwehr mit. Einige seien so dick gewesen, dass sie zunächst mit Kettensägen in Stücke gesägt werden mussten. Insgesamt zählte die Feuerwehr elf Einsätze, die allesamt glimpflich ausgingen.Ein 50-jähriges Hochwasser bezeichnet ein Hochwasser, das statistisch gesehen nur alle 50 Jahre auftritt. 2021 war es im Ahrtal zu einem Jahrhunderthochwasser gekommen. Dabei starben mindestens 135 Menschen und tausende Gebäude wurden zerstört.
Unwetter: Schweres Hochwasser in Rheinland-Pfalz – Verletzte durch Blitzeinschlag bei Rastatt
Binnen weniger Stunden steht in einem kleinen Fluss fast zwei Meter hoch das Wasser. Zwischen Köln und Bonn zieht ein Hagelgewitter durch – und bei Rastatt werden neun Menschen durch einen Blitzeinschlag verletzt.











