Die Rüstungsindustrie in Ostdeutschland verzeichnet durch den Krieg in der Ukraine deutlich höhere Ausfuhren von Kriegswaffen.
Im thüringischen Rüstungsgeschäft wurde 2019 ein einziges Land beliefert: Brasilien, im Wert von 30.000 Euro. Fünf Jahre später meldet das Statistische Bundesamt für das Bundesland Ausfuhren von Kriegswaffen und Rüstungsgütern im Wert von 234,7 Millionen Euro – ausschließlich an die Ukraine. Ein sprunghafter Anstieg.
Auch Mecklenburg-Vorpommern, bis 2021 noch fast vollständig auf Ägypten als Hauptabnehmer (rund 81,7 Millionen Euro) konzentriert, lieferte 2023 Güter für 166,5 Millionen, 2024 für 165,9 Millionen und 2025 vorläufig für 225,3 Millionen Euro an die Ukraine. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die nach den jeweils fünf wertmäßig wichtigsten Empfängerländern je Bundesland fragte. Die Liste bildetet nicht die Gesamtsumme aller Lieferungen ins Innen- und Ausland ab.
Bei der Aufstellung der Zahlen geht es nicht um erteilte Exportgenehmigungen, sondern um tatsächlich vollzogene Lieferungen, die das deutsche Zollamt erfasste.
Die Zahlen zeichnen ein klares Bild: Der Russisch-Ukrainische Krieg ist eine Zäsur. Vor 2022 spielten die ostdeutschen Länder im deutschen Rüstungsexport kaum eine Rolle. Brandenburg meldete 2020 lediglich Lieferungen nach Norwegen im Wert von 74.000 Euro, Sachsen 2020 Ausfuhren nach Polen im Wert von 112.000 Euro. Mit dem Krieg änderte sich das schlagartig: Sachsen-Anhalt liefert 2023 Güter für 30,2 Millionen Euro an die Ukraine, Thüringen im selben Jahr für 68,6 Millionen Euro.







