PfadnavigationHomeSportFußballWMAuswechslung drohteDeutscher Schiedsrichter vom Krampf gezeichnet – Müller kritisiert Zwayer, Klopp ahnt BösesStand: 03:25 UhrLesedauer: 3 MinutenKurz vor dem Ende der Partie zwischen den USA und Australien kommt es zu einer ungewöhnlichen Unterbrechung. Der deutsche Schiedsrichter Felix Zwayer liegt plötzlich am Boden und muss behandelt werden.Der Krampf von Felix Zwayer in der Nachspielzeit des USA-Spiels beschäftigt auch die TV-Experten. Während Thomas Müller überraschend harsche Kritik am Schiedsrichter äußert, befürchtet Jürgen Klopp negative Folgen für den weiteren Turnierverlauf.Wer den Schaden hat... „Er war der einzige, den das Spiel in der zweiten Halbzeit umgehauen hat“, sagte Moderator Johannes B. Kerner. „Ich sehe es so: Hinfallen ist das eine, aber Aufstehen ist das andere“, legte Experte Thomas Müller nach.Die Magenta-TV-Crew witzelte über eine Szene in der Schlussphase des 2:0-Sieges der USA gegen Australien. Der deutsche Schiedsrichter Felix Zwayer war in der dritten Minute der Nachspielzeit im Rasen hängengeblieben und hatte sich anschließend auf den Boden gesetzt. Australiens Aiden O‘Neill drückte Zwayers linkes Bein durch.Wie passend, dass bei Magenta TV gerade Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich zugeschaltet war. „Das sah überhaupt nicht gut aus. Es ist die Wade hinten. Wenn du eine unkontrollierte Bewegung machst und so hart aufkommst. Er hat wohl einen Krampf“, vermutete Ittrich: „Ich kenne das auch. Das ist nicht schön.“Auf dem Rasen löste der Schiedsrichter-Assistent den australischen Spieler bei der Erstversorgung ab, und die Vierte Offizielle kam mit einem Magnesium-Shot angelaufen. Zwayer schüttelte zunächst den Kopf, dann trank er. „Man will sich nicht nachsagen lassen, dass man nicht fit ist und derjenige ist, der hier ausgewechselt werden muss. Das ist bei Felix Zwayer überhaupt nicht so, weil der topfit ist“, so Ittrich.Zwayer stand nach knapp zwei Minuten Unterbrechung auf, und die 66.925 Zuschauer im ausverkauften Lumen Field von Seattle feierten den deutschen Unparteiischen wie ein Tor ihrer Mannschaft. Eine faire Geste. Schon vor der Partie waren knapp 120 Dezibel im Stadion gemessen worden. Es konnte also weitergehen.Ittrich sorgt sich um Zwayer„Ich bin besorgt, muss ich sagen“, nahm Ittrich den Kommentar wieder auf: „Weil ich mich genau in Felix hineinversetzen kann, wie er jetzt denkt. Er denkt: ,Hoffentlich gehen diese zwei Minuten schnell vorbei. Hoffentlich macht der Muskel nicht noch mal zu. Hoffentlich habe ich nichts Schlimmes. Hoffentlich kriege ich das Spiel über die Bühne. Hoffentlich muss ich nicht zu Ende sprinten. Hoffentlich kommt kein langer Ball nach vorne.‘ Bislang wirklich hervorragende Leistung: viel laufen lassen, gute Gelbe Karten. Das war wirklich top, und ich hoffe, wirklich, dass das so zu Ende geht, wie er es sich wünscht.“Lesen Sie auchZwayer brachte die Partie bis zum Abpfiff über die Bühne, doch die Kritik folgte prompt – aus dem WM-Studio von Magenta TV im fernen New York. Bei Thomas Müller wandelten sich die Witzeleien in deutliche Kritik: „Mir hat das Aufstehen aus meiner deutschen Sicht etwas zu lang gedauert. Aber Schwamm drüber.“ Den Einwand Kerners, dass es doch vor allem für den Schiedsrichter selbst eine unangenehme Situation gewesen sein müsse, wollte Müller nicht gelten lassen: „Wenn es ihm unangenehm wäre, dann hätte er nach zehn Sekunden Behandlungspause...“, sagte der Stürmer und wurde erneut von Kerner unterbrochen: „Und wenn er nicht aufstehen konnte?“, hakte der Moderator ein. „Dann müssen wir den Fitnesszustand hinterfragen. Aber das tue ich hiermit nicht. Ich glaube, wir müssen ihn selber fragen, was er da geglaubt hat“, so Müller.Jürgen Klopp stand während des Dialogs zwischen seinen beiden TV-Kollegen und richtete nun den Blick nach vorn. „Wir hatten doch vor dem Spiel darüber gesprochen: Was muss ein Schiedsrichter tun, um weitere Spiele zu kriegen? Ich würde jetzt einfach mal annehmen, dass das nicht dazu beiträgt“, orakelte Klopp bezüglich möglicher Folgen.„Es tut mir natürlich leid für Felix Zwayer. Es war die beste Schiedsrichterleistung überhaupt. In der zweiten Halbzeit war viel los, es war intensiv. Er war aber unauffällig, hat nichts größer gemacht als es war. Eigentlich eine gute Leistung, die jetzt dadurch wahrscheinlich ein bisschen überschattet wird“, so Klopp.