PfadnavigationHomePolitikDeutschlandRostock„Notebook im Rucksack wehrte Stiche ab“ – AfD-Politiker nachts an Wohnort angegriffenStand: 02:56 UhrLesedauer: 3 MinutenTeilnehmer einer AfD-Veranstaltung mit Deutschlandfahne und AfD-Fahne (Symbolfoto)Quelle: picture alliance/dpa/Jacob SchröterDer AfD-Landtagsabgeordnete Michael Meister wurde nachts an seinem Wohnort von zwei Männern attackiert. Laut der Fraktion erlitt Meister eine Schnittverletzung am Arm. Politiker verurteilen den Angriff.Nach einem mutmaßlichen Angriff auf den AfD-Landtagsabgeordneten Michael Meister ermittelt die Polizei. In der Nacht auf Donnerstag soll es in Rostock zu einem körperlichen Angriff auf den 51-Jährigen gekommen sein, wie die Polizei mitteilte.Nach bisherigen Ermittlungen soll Meister von zwei unbekannten Männern angesprochen sowie im weiteren Verlauf körperlich angegriffen und am Arm verletzt worden sein. Der Politiker verständigte demnach anschließend selbstständig die Polizei. Er kam für eine ambulante Behandlung ins Krankenhaus, konnte dieses aber wieder verlassen. Meister sagte in einer Mitteilung des AfD-Landesverbandes: „Mir geht es den Umständen entsprechend gut.“Nach AfD-Angaben sollen die unbekannten Täter Meister vor seinem Wohnort angegriffen haben. Wie die Polizei unter Berufung auf eine Aussage von Meister mitteilte, soll der Politiker mit den Worten „AfD-Nazi“ beleidigt worden sein.Die AfD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern bringt den Angriff auf Meister mit einem Aufruf in der linksextremen Szene in Verbindung. „Rund eine Woche nachdem auf dem in Deutschland verbotenen linksextremen Antifa-Portal ‚Indymedia‘ zum Angriff auf die AfD und ihr Personal aufgerufen wurde, kam es zu einem Angriff auf den AfD-Landtagsabgeordneten und Rostocker AfD-Direktkandidaten Michael Meister in der Hansestadt Rostock“, schreibt die Fraktion auf X und zeigt ein blutverschmiertes weißes T-Shirt, das der Politiker bei der nächtlichen Attacke getragen haben soll. Meister habe demnach eine Schnittwunde am linken Arm erlitten. „Sein Notebook im Rucksack wehrte Stiche in seinem Rücken ab“, schreibt die AfD-Landtagsfraktion weiter. Es seien zudem mutmaßlich Radbolzen von einem Auto der Familie Meister gelöst worden. Zudem weist die AfD darauf hin, dass zuletzt in Rostock zwei weitere AfD-Mitglieder Opfer von Antifa-Angriffen geworden sein sollen. Landtagswahl in drei MonatenDie weiteren Ermittlungen werden durch den polizeilichen Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Rostock wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung geführt. Im September wird im Nordosten ein neuer Landtag gewählt.Lesen Sie auchEnrico Schult, Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion, verurteilte den Angriff. „Gewalt gegen gewählte Mandatsträger ist ein direkter Angriff auf die demokratische Grundordnung und darf unter keinen Umständen toleriert werden. Der Schutz aller politisch Engagierten – unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit – muss uneingeschränkt gewährleistet sein“, sagte Schult in einer Mitteilung.Lesen Sie auchMeister ist seit 2021 Mitglied der AfD-Landtagsfraktion. Der Rostocker ist unter anderem Mitglied im Wirtschaftsausschuss des Landtags und des Untersuchungsausschusses zur Klimaschutzstiftung. Meister arbeitete nach Landtagsangaben früher als Polizeibeamter.Mehrere Parteien verurteilten den mutmaßlichen Angriff. Salim Hemeed, Landesgeschäftsführer der Linken, sagte, seine Partei lehne Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung konsequent ab. „Wir hoffen auf eine vollständige Aufklärung des Sachverhaltes. Jetzt gilt es, die polizeilichen Ermittlungsergebnisse abzuwarten“, sagte er auf dpa-Anfrage.Lesen Sie auchJulian Barlen, SPD-Fraktionsvorsitzender, sagte: „Wir verurteilen jede Art von Gewalt und ausdrücklich auch den mutmaßlichen Angriff auf Herrn Meister.“ Der CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Peters sagte: „Ich verurteile den mutmaßlichen Angriff und hoffe, dass die Täter und ihre Motive schnellstens ermittelt werden. Herrn Meister wünsche ich baldige, vollständige Genesung.“FDP-Politiker David Wulff warnte vor einer zunehmenden Verrohrung der politischen Auseinandersetzung: „Wer politische Gegner entmenschlicht, bedroht oder körperlich angreift, verlässt den Boden der Demokratie. Die politische Debatte ist in den vergangenen Jahren härter geworden. Umso wichtiger ist es, klare Grenzen zu ziehen: Streit gehört in die Sache, nicht auf die Straße und schon gar nicht vor private Haustüren.“Angriffe auf Politiker nehmen zuAngriffe auf Mitglieder politischer Parteien haben im vergangenen Jahr massiv zugenommen. Nachdem in den Vorjahren Mitglieder der Grünen am stärksten betroffen gewesen waren, wurden 2025 Politiker und sonstige Mitglieder der AfD besonders häufig attackiert. Demnach registrierte die Polizei im vergangenen Jahr bundesweit 5140 Straftaten, die sich gegen Parteirepräsentanten beziehungsweise Parteimitglieder richteten. Im Jahr 2024 fanden sich in der Statistik zur politisch motivierten Kriminalität 3690 solcher Taten. 2023 hatte die Polizei 2790 Angriffe auf Parteiangehörige gezählt.dpa/saha
Rostock: „Notebook im Rucksack wehrte Stiche ab“ – AfD-Politiker nachts an Wohnort angegriffen - WELT
Der AfD-Landtagsabgeordnete Michael Meister wurde nachts an seinem Wohnort von zwei Männern attackiert. Laut der Fraktion erlitt Meister eine Schnittverletzung am Arm. Politiker verurteilen den Angriff.










