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Biotech: Pharmakonzern Medice steigt bei HMNC Brain Health ein Die Biotechfirma sammelt 50 Millionen Dollar Finanzierung ein, wie das Handelsblatt exklusiv erfuhr. Hauptinvestor ist Medice. Mit kleineren Anteilen dabei: Toni Kroos und Matthias Schweighöfer.
Helena Smolak 19.06.2026 - 14:27 Uhr Artikel anhörenMatthias Schweighöfer (l.), Toni Kroos: Prominente Investoren für HMNC Brain Health. Foto: AP, Dpa, Getty, brckmnn [M]München. Das Münchner Biotechunternehmen HMNC Brain Health hat in einer Series-B-Finanzierungsrunde 50 Millionen US-Dollar eingenommen. Mit knapp zehn Prozent des investierten Kapitals führt das Pharmaunternehmen Medice die Finanzierungsrunde an.Auch prominente Einzelpersonen sind als Geldgeber beteiligt: der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Fußballer Toni Kroos, Schauspieler Matthias Schweighöfer, der Gründer des Wettanbieters Tipico, Dieter Pawlik, der Chef der europäischen Versicherungsgruppe Talanx, Torsten Leue, und der Inhaber des Pharmaunternehmens Dermapharm, Wilhelm Beier.HMNC Brain Health entwickelt ketaminbasierte Medikamente für Menschen mit schwer behandelbaren Depressionen, bei denen herkömmliche Therapien nicht anschlagen oder starke Nebenwirkungen auslösen. Das Unternehmen gehört zu einer neuen Generation von Biotechfirmen, die Depressionen und andere psychiatrische Erkrankungen wieder stärker in den Fokus rücken, nachdem große Pharmakonzerne sich aus dem Bereich zurückgezogen haben.2010 wurde das Unternehmen vom Depressionsforscher Florian Holsboer und dem Unternehmer Carsten Maschmeyer gegründet. Holsboer war als damaliger Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München der behandelnde Arzt Maschmeyers, als dieser eine Tablettensucht und Depression stationär behandeln ließ.Nach der erfolgreichen Therapie gründeten beide gemeinsam HMNC. Nun hat Maschmeyer fast alle Anteile von seinem Mitgründer übernommen und hält knapp 60 Prozent am Unternehmen.Weniger Nebenwirkungen als KonkurrenzproduktFür Medice ist die Investition in HMNC auch der Start einer exklusiven Lizenzpartnerschaft. Ziel ist es, gemeinsam ein orales Ketaminprodukt auf den Markt zu bringen. Das in Dortmund ansässige Familienunternehmen Medice, bekannt für das Erkältungsmittel Meditonsin, stellt unter anderem Medikamente gegen neurologische Erkrankungen wie ADHS her.Die Kooperation werde die Stärken beider Partner bündeln, teilten sie mit: HMNC bringt seine Wirkstoffe Ketabon und Nelivaptan ein, Medice seine Erfahrung in der Vermarktung und im Vertrieb neuropsychiatrischer Medikamente. Beide Wirkstoffe erzielten bereits Forschungserfolge in mittleren klinischen Studien und stehen nun vor der Phase 3. Ein Medikament muss drei klinische Studienphasen an Patienten erfolgreich durchlaufen, damit ein Zulassungsantrag gestellt werden kann.332Millionen Menschenleiden weltweit an einer Depression.Die Vereinbarung sichert Medice zudem die exklusiven europäischen Rechte an Ketabon. Im Gegenzug erhält HMNC bei der Erreichung bestimmter Erfolge Zahlungen von bis zu 105 Millionen US-Dollar sowie prozentuale Umsatzbeteiligungen.Ketabon ist eine orale Ketamintherapie, die im Vergleich zu bisherigen ketaminbasierten Behandlungen weniger dissoziative Nebenwirkungen auslösen und einfacher anzuwenden sein soll. Sie zielt auf eine Alternative zum bereits zugelassenen Nasenspray Spravato, das wegen hoher Nebenwirkungen nur unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden darf.Herkömmliche Behandlungen wirkungslosDas zweite Medikament, Nelivaptan, steht für eine personalisierte Depressionstherapie. Ein Gentest klärt vorab, welche Patienten für die Behandlung mit dem Mittel infrage kommen. Bisher mussten Ärzte verschiedene Medikamente nacheinander erproben, bis eines wirkte – ein Verfahren, das Zeit kostet und die Patienten belastet. Laut Unternehmensangaben lässt sich der Präzisionstest möglicherweise auch auf andere neurologische Erkrankungen übertragen. Verwandte Themen Carsten MaschmeyerUS-DollarDie Nachfrage nach Therapien auf diesem Gebiet ist hoch. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben weltweit 332 Millionen Menschen mit einer Depression. Viele Betroffene brauchen mehrere Anläufe, bis sie das passende Mittel finden. Bei 30 Prozent der Patienten schlagen herkömmliche Behandlungen nicht an.Seit seiner Gründung hat HMNC Brain Health insgesamt etwa 110 Millionen Euro an Finanzierungsmitteln erhalten. Das Unternehmen beschäftigt knapp 30 Mitarbeiter. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt









