Alarm in Baden-Württemberg: Auch mehr als 14 Stunden nach der Vermisstenmeldung sucht die Polizei in Renningen nach einem Säugling. Dies teilte ein Polizeisprecher in Ludwigsburg am Freitagmorgen mit. Das Kind ist drei Monate alt und wird seit Donnerstagabend um 23.30 Uhr vermisst, heißt es in einer Mitteilung. Die Vermisstenanzeige hätten die Eltern gestellt. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen aufgenommen.Das Kind wurde von einer unbekannten Person aus dem Kinderwagen gehoben und mitgenommen.Steffen Grabenstein, Sprecher der PolizeiPolizeisprecher Steffen Grabenstein vom zuständigen Polizeipräsidium Ludwigsburg sagte der „Bild“ am späten Freitagvormittag: „Das Kind war für kurze Zeit unbeaufsichtigt. Es wurde von einer unbekannten Person aus dem Kinderwagen gehoben und mitgenommen.“Grabenstein weiter: „Leider haben wir derzeit keine heiße Spur. Wir haben am Tatort mit der Suche begonnen und arbeiten uns ringförmig vorwärts. Natürlich kann das Kind auch schon ganz woanders sein.“Die „Stuttgarter Zeitung“ zitiert Grabenstein mit den Worten: „Wir wissen noch nicht genau, was dahintersteckt.“ Der Kinderwagen stand zum Zeitpunkt des Verschwindens an der „Wohnanschrift der Mutter“. Weitere Details will die Polizei aus „ermittlungstaktischen Gründen“ derzeit nicht bekannt geben. Der Grund für das Verschwinden sei derzeit „noch komplett unklar“.Auf die Frage, ob es sich um einen Entführungs- oder einen Vermisstenfall handele, sagte der Polizeisprecher, dass die Ermittlungen in alle Richtungen gingen. „Denkbar ist theoretisch beides“, sagte Grabenstein. Dutzende Beamte und Hunde in Renningen im Einsatz An der umfangreichen Suche nach dem Säugling sind nach Angaben der Polizei 50 Beamte und bisher 40 Suchhunde, mehrere Hubschrauber und mit Wärmebildkameras ausgestattete Drohnen beteiligt. Eingesetzt werden demnach auch Leichenspürhunde. Mit Spürhunden und zahlreichen Einsatzkräften wird nach einem vermissten Kleinkind in Renningen gesucht. © dpa/Enrique Kaczor Nach Angaben der „Sindelfinger Zeitung“ sind Hundestaffeln aus ganz Baden-Württemberg vor Ort. Mehrere Drohnengruppen und DRK-Ortsvereine aus dem Landkreis Böblingen unterstützen demnach die Aktion.Es gehe jetzt vor allem um Zeit, sagte ein Polizeisprecher der Agentur dpa. „Wir hoffen, dass es dem Kind gut geht, aber wenn es bei der Hitze irgendwo hilflos wäre, wäre es sehr schlecht.“ Ein kleines Kind habe nicht viele körperliche Reserven. „Da muss man am Anfang so viel probieren, wie es geht.“Renningen liegt etwa 25 Kilometer westlich von Stuttgart im Landkreis Böblingen. Dort leben rund 18.500 Menschen. Bürgermeisterin Melanie Hettmer äußerte sich der Agentur dpa zufolge betroffen: „Ich bin sprachlos und in großer Sorge. Ich hoffe, dass das Kind wohlbehalten gefunden wird.“Ärger bereitet der Polizei ein Aufruf in den sozialen Medien: Aktuell werde in sozialen Medien und Messenger-Gruppen zur Teilnahme an Suchmaßnahmen aufgerufen, schreibt die Polizei auf Facebook. „Wir bitten dringend darum, von eigenständigen Suchaktionen abzusehen. Unkoordinierte Maßnahmen können die laufenden Ermittlungen sowie die professionellen Such- und Einsatzmaßnahmen der Polizei und der Rettungskräfte behindern.“ (lem)