PfadnavigationHomeRegionalesHamburgLinksextreme Szene HamburgBekennerschreiben nach Anschlägen auf CDU-Staatssekretär und PolizeichefStand: 13:35 UhrLesedauer: 3 MinutenChristoph de Vries (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium des InnernQuelle: Bernd von Jutrczenka/picture alliance/dpaWährend der Innenministerkonferenz in Hamburg sind zwei politisch motivierte Angriffe bekannt geworden: Betroffen sind CDU-Staatssekretär Christoph de Vries und der Leiter des Polizeikommissariats 16. Ein Bekennerschreiben auf Indymedia reklamiert die Taten.Unbekannte haben in der Nacht zu Donnerstag offenbar Anschläge auf den CDU-Politiker Christoph de Vries und den Leiter des Hamburger Polizeikommissariats 16, Erik Janke, verübt. Auf der linksextremen Plattform Indymedia wurde am Donnerstagabend ein Bekennerschreiben veröffentlicht, in dem beide Taten reklamiert werden. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über die Vorfälle berichtet.De Vries ist Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern. Das Bundesinnenministerium führt ihn seit dem 6. Mai 2025 in dieser Funktion. Aktuell nimmt er an der dreitägigen Innenministerkonferenz teil, die in Hamburg stattfindet. Hamburg hat 2026 den Vorsitz der Innenministerkonferenz, die Frühjahrssitzung läuft vom 17. bis 19. Juni im Congress Center Hamburg unter Vorsitz von Innensenator Andy Grote (SPD).Lesen Sie auchNach Angaben des Bekennerschreibens wurde das Auto von Janke an dessen Wohnort in Henstedt-Ulzburg angezündet. Im Fall von de Vries ist in dem Schreiben von einem Angriff mit Buttersäure die Rede. Eine offizielle Bestätigung der Anschläge durch die Hamburger Polizei gibt es aktuell noch nicht.In dem auf Indymedia veröffentlichten Schreiben mit der Überschrift „Bullenhass kennt keine Grenzen!“ wird Janke vorgeworfen, Einsätze im Schanzenviertel zu leiten und zu koordinieren. Die Verfasser bezeichnen Polizisten pauschal als Ziele und formulieren massive Drohungen gegen Beamte auch außerhalb ihres Dienstes.Dort heißt es: Janke würde menschenfeindliche Einsätze im Schanzenviertel leiten und koordinieren. „Für uns ist es egal, ob Knüppelbulle oder Schreibtischtäter, all cops are targets. Für euch endet der Dienst vielleicht an der Stempeluhr, für uns bleibt ihr jederzeit Bullenschweine, ob auf der Strasse oder in eurem vermeintlich sicheren Zuhause.“Lesen Sie auchDe Vries habe sich, so die Aussage auf Indymedia, mit einer Vielzahl rassistischer Aussagen bundesweit einen Namen gemacht. „Ob Rassetheorien oder ‚Integrationsskalen‘, in die er so gerne Menschen einsortiert, de Vries gefällt sich in der Rolle des rechten Kulturkämpfers mit ideologischen Überschneidungen zur AFD.“In dem Bekennerschreiben heißt es zudem, die Täter hätten bei dem Angriff auf das Auto von Janke „bauliche Gegebenheiten“ berücksichtigt. Der Wagen habe demnach nicht unter einem Carport gestanden, sodass nach Darstellung der Verfasser keine Gefahr für Leib und Leben entstanden sei.Konsequenter gegen Sozialmissbrauch vorgehenDie Anschläge wurden während der Frühjahrstagung der Innenministerkonferenz in Hamburg bekannt. Dort wollen die Innenminister von Bund und Ländern konsequenter gegen bandenmäßigen Sozialmissbrauch vorgehen. Zur Bekämpfung organisierter Täterstrukturen sei es „von zentraler Bedeutung, effektive Maßnahmen zur Prävention, Aufdeckung und Strafverfolgung zu ergreifen“, heißt es nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in einem Beschluss der Konferenz.Lesen Sie auchMissbrauch müsse frühzeitig erkannt, systematisch verhindert und entschlossen verfolgt werden. Dazu brauche es neue Prüfmechanismen, eine engere behördenübergreifende Zusammenarbeit und die konsequente Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten zur Rückforderung von zu Unrecht erlangten Leistungen.dfe