Thomas Kösling braucht nicht lange, um die Sache auf den Punkt zu bringen: „Wir haben uns in fast jedem Spiel teuer verkauft. Aber was natürlich nicht gut lief, sind die Ergebnisse.“ Das sagt der Cheftrainer des Footballteams Frankfurt Galaxy gegenüber der F.A.Z., danach gefragt, wie er die bisherige Saison in der European Football Alliance (EFA) zusammenfassen würde. Drei Niederlagen bei erst einem Sieg stehen zu Buche, Tabellenplatz vier von sechs, und über allem die quälende Frage: Reicht das?Durchaus erwartungsvoll ist Frankfurt Galaxy in die neue europäische Footballsaison gestartet. Defensiv stabilisieren, lautete die Devise, und in der Offensive eine Mannschaft werden, „die im Schnitt 25 bis 30 Punkte pro Spiel erzielt“, wie es Kösling im großen Interview vor dem EFA-Start bezifferte. Der Favorit auf den Titel ist in den Munich Ravens ein anderer, das sagte auch Kösling damals, aber dahinter sei schon vieles möglich. Die Qualifikation für das Play-off-Wochenende, das die Liga für den 15. und 16. August nach Frankfurt vergeben hat, ist das erklärte Ziel.Offensive als Sorgenkind, Defensive als „Rückgrat“20:21 verlor Galaxy das erste Spiel gegen Paris, 26:45 das zweite gegen München. Nach einem Erfolgserlebnis gegen die Tirol Raiders (21:5) in Innsbruck setzte es am vergangenen Wochenende die nächste Niederlage (12:20) gegen Nordic Storm in Kopenhagen. Die Ergebnisse sprechen Bände: Nur einmal brachten die Frankfurter mehr als die avisierten 25 Punkte zustande, der Knackpunkt im Galaxy-Spiel: ausgerechnet die zu Beginn viel gelobte Offensive.Aus „familiären Gründen“ verabschiedete sich der in Vollzeit angestellte Offensivcoach Brandon Corbin kurz nach Saisonstart wieder in Richtung USA, der bis dahin für die Frankfurter Offensive Line zuständige Joe Denney übernahm. Wochen der Vorbereitung: dahin. „Das ist natürlich auch ein Grund, warum eine Offensive ihre Schwierigkeiten hat“, sagt Kösling, der immerhin äußerst zufrieden darüber sein kann, wie stark seine Defensive bislang performt hat. „Überragend“, fasst der Cheftrainer zusammen: „Sie übertrifft die Erwartungen und bildet derzeit so etwas wie unser Rückgrat.“Bei ihm laufen die Fäden zusammen: Galaxy-Cheftrainer Thomas KöslingPicture AllianceGegen Paris hätte Galaxy gewinnen müssen, gegen Nordic Storm gewinnen können: In beiden Fällen wurde es nichts. Zwar sind die Leistungen auf der einen Seite des Footballs derzeit das Frankfurter Faustpfand, doch weil Quarterback Ethan Garbers und seine Receiver auf der anderen Seite ihr Potential zu selten ausschöpfen konnten, muss Galaxy in der Tabelle den Blick aktuell eher nach unten richten als nach oben.Eine weitere Niederlage gegen die Prague Lions an diesem Sonntag (16.00 Uhr im HR-Livestream und bei Youtube) brächte den Plan von der Play-off-Teilnahme schon etwas ins Wanken und schüfe damit ein Szenario, das Galaxy-Geschäftsführer Eric Reutemann auf F.A.Z.-Nachfrage als „Super-GAU“ bezeichnet: Die vier besten EFA-Teams kämpfen in Frankfurt um die Finalteilnahme, und Galaxy ist nicht dabei. Doch weil auch das Team aus Prag bislang noch nicht wirklich in Fahrt gekommen ist, stehen die Chancen auf einen Frankfurter Heimsieg in der PSD Bank Arena am Bornheimer Hang immerhin gut.Sein Team könne mit jedem Gegner in der Liga mithalten, auf dem Level der Besten spielen, das hätte es gezeigt, sagt Kösling. Diese Voraussetzung nun in belastbare Ergebnisse umzumünzen, sei die klare Vorgabe. Die Hoffnung ruht dabei auch auf dem neuen Offensivkoordinator: „Coach Denney ist von morgens bis nachts im Office. Er arbeitet hart, er arbeitet sich immer mehr rein“, sagt Kösling. Das schafft neuen Optimismus: „Ich bin wirklich sehr happy mit dieser Konstellation und auch zuversichtlich, dass es bald klappt.“
Frankfurt Galaxy gegen Prague Lions in EFA: Kampf um Football-Play-offs
Frankfurt Galaxy spielt ordentlich, doch die wichtigen Erfolge in der European Football Alliance bleiben aus. Die Gefahr eines „Super-GAUs“ ist längst noch nicht gebannt.






