PfadnavigationHomeRegionalesHamburgFührungswechsel„Keine Interimslösung“ – Hochbahn setzt auf Kontinuität trotz UmstrukturierungStand: 19:33 UhrLesedauer: 2 MinutenJens-Günter Lang wird Vorstandssprecher der Hamburger Hochbahn.Quelle: David Hammersen/dpaNach der Trennung von Vorstandschef Robert Henrich setzt die Hamburger Hochbahn auf ein Dreierteam an der Spitze. Technikvorstand Jens-Günter Lang koordiniert künftig die Arbeit des Vorstands. Die inhaltliche Linie mit Milliardenprojekten wie der U5 bleibt bestehen.Rund drei Wochen nach der Freistellung von Hochbahn-Chef Robert Henrich hat das Unternehmen seine Führung neu geordnet – viele Fragen aus dem abrupten Abgang bleiben jedoch unbeantwortet. Der Aufsichtsrat berief Technikvorstand Jens-Günter Lang zum Sprecher des Vorstands. Er übernimmt die zusätzliche Funktion ab sofort und bleibt zugleich für das Technikressort verantwortlich.Künftig soll ein dreiköpfiges Vorstandsteam in gleichberechtigten Rollen die Geschäfte führen. Neben Lang gehören weiterhin Merle Schmidt-Brunn für Finanzen und Nachhaltigkeit sowie Saskia Heidenberger für Personal und Soziales dem Gremium an. Lang koordiniert die Arbeit und vertritt das Unternehmen nach außen. Ein Vorstandsvorsitzender, wie Henrich und dessen Vorgänger es waren, wird Lang nicht.Lesen Sie auchWie dauerhaft diese Konstruktion ist, bleibt offen. Der Aufsichtsrat forderte den Vorstand auf, bis zur nächsten Sitzung im Herbst eine finale Struktur vorzulegen. Gleichzeitig heißt es aus dem Unternehmen, Lang, obwohl Jahrgang 1961, sei „keine Interimslösung“. Nach dem überraschenden Weggang von Robert Henrich, der seinen Vertrag über 2026 nicht verlängern wollte und daraufhin sofort gehen musste, hatte es noch geheißen, es werde nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden für die Hochbahn gesucht.Medienberichte beschrieben ein belastetes Verhältnis zwischen Henrich und Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne), der als Aufsichtsratschef nun betont, den eingeschlagenen Kurs „ohne Abstriche“ fortsetzen zu wollen. Zur Trennung selbst äußern sich die Hochbahn und der Senat weiterhin nicht.In der Mitteilung setzt das Unternehmen stattdessen auf Kontinuität – und formulier­t diese über seine Projekte. Lang nennt den Ausbau des U-Bahn-Netzes, die Digitalisierung und neue Mobilitätsangebote als zentrale Vorhaben. Heidenberger verweist auf den Umbau des Busbetriebs und bezeichnet die Beschäftigten als „Schlüssel für den Erfolg“. Schmidt-Brunn hebt die „wirtschaftliche Stärke“ hervor, die angesichts hoher Investitionen in Infrastruktur, Fahrzeuge und IT notwendig sei.Lesen Sie auchEin inhaltlicher Bruch ist damit nicht erkennbar. Die Projekte, die der Vorstand nun gemeinsam vorantreiben will, sind dieselben, die bereits unter Henrich geplant und begonnen worden waren. Dazu gehört vorrangig der Bau der U5, eines der größten Infrastrukturvorhaben der Stadt, ebenso wie die Elektrifizierung der Busflotte und die Digitalisierung des Betriebs.Lang steht für diesen Kurs wie kaum ein anderer im Unternehmen. Er ist seit mehr als 30 Jahren bei der Hochbahn, verantwortet als Technikvorstand heute den U-Bahn-Betrieb und gehört zu den zentralen Figuren des Unternehmens, etwa beim Ausbau der Linie U4. juve