Alle 48 WM-Teilnehmer haben erste Duftmarken hinterlassen. Im WM-Titel-Barometer erfahren Sie, wer es nach ganz oben schaffen kann, wo sich Deutschland einreiht und wer die bis dato größte Enttäuschung ist.Der erste WM-Spieltag ist um. Alle 48 Teams haben ihre Auftaktpartie gespielt. Schon am Donnerstagabend startet Runde zwei. Wer hat wirklich das Zeug zum Weltmeister? Welche Teams sind schon in Top-Form? Welche Teams haben am ersten Spieltag überrascht, welche enttäuscht? Im WELT-WM-Titel-Barometer gibt es den Überblick. Für alle 48 Teilnehmer wird die aktuelle Form bewertet und eingeordnet. Wessen Ergebnisse lassen tief blicken – und wer kommt gerade richtig in Fahrt? 1. EnglandMit Kroatien, WM-Dritter von 2022, einen schweren Auftaktgegner gehabt. Und das Team von Thomas Tuchel setzt gleich ein Ausrufezeichen. Nach Spieltag eins der Topfavorit.2. ArgentinienMessi, Messi, Messi! Auch bei seiner sechsten WM und mit 38 Jahren scheint der sechsmalige Weltfußballer noch immer wie von einem anderen Stern. Die Argentinier brennen auf die Titelverteidigung.Lesen Sie auch3. DeutschlandKnallstart gegen Curacao. Sieben Tore, sechs verschiedene Torschützen. Die variable Offensive scheint Deutschlands große Stärke. Zehn Siege in Serie. Die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann kann mit einem Sieg gegen die Elfenbeinküste weiter Fahrt aufnehmen.4. FrankreichUntermauert durch das 3:1 gegen den Senegal die Titelambitionen. Spielerisch lange schwach, defensiv wackelig, aber die individuelle Klasse von Mbappé, Olise und Dembélé reicht.5. USADas 4:1 gegen Paraguay gehört zu den überzeugendsten Auftritten des ersten Spieltags. Tempo, Intensität und Offensivdrang waren beeindruckend. Die Amerikaner haben ihre Ambitionen auf eine überzeugende, lange Heim-WM früh unterstrichen.6. SchwedenTorparty der Schweden zum WM-Start! Vor allem der Millionen-Sturm um Isak (2025 für 145 Millionen Euro Ablöse zu Liverpool) und Gyökeres (2025 für 67 Millionen zu Arsenal) ist eine Waffe. Gegen Holland muss er jetzt wieder liefern.7. NorwegenDer Geheimfavorit feiert King Haaland! Doppelpack zum Start gegen den Irak. Pflichtaufgabe erfüllt. Aber: Alles wartet auf den Gigantengipfel gegen Mbappé und Frankreich am letzten Gruppenspieltag.8. MexikoStartet mit dem 2:0 gegen Südafrika souverän ins Heimturnier. Profitierte von der Überzahl, zeigte aber vor allem die Energie und Wucht, die man von einem Gastgeber erwartet. Noch kein Titelkandidat, aber ein ernstzunehmender Achtelfinal-Anwärter.9. MarokkoStarker Marokko-Auftritt. Die Nordafrikaner knüpfen an die guten Leistungen bei der Wüsten-WM 2022 in Katar an. Damals war Marokko sensationell ins Halbfinale gestürmt (0:2 gegen Frankreich). Gegen Brasilien beweisen sie, dass mit ihnen erneut zu rechnen ist.10. BrasilienErkämpfen sich gegen Marokko nach 0:1-Rückstand noch einen Punkt zum Start. Die Mannschaft lebt aber vor allem von Einzelkönner Vini Junior. Das gesamte Team und Trainer Carlo Ancelotti müssen sich noch steigern.11. ÖsterreichBei der ersten WM-Teilnahme seit 1998 mit dem Pflichtsieg zum Auftakt gegen Jordanien. Es könnte weit gehen. Doch jetzt warten Argentinien und Messi.12. NiederlandeDas 2:2 gegen Japan ist für die Niederlande eher ein Dämpfer. Offensiv phasenweise stark, defensiv jedoch überraschend anfällig und nicht konsequent genug, um die Partie zu kontrollieren. Gegen einen gefährlichen Außenseiter Punkte liegen gelassen – für einen Titelkandidaten kein optimaler Start.13. Japan„Wir sind hergekommen, um Weltmeister zu werden. Wir sind nicht zum Spaß hier. Wir wollen Geschichte schreiben“, tönte Bremen-Verteidiger Yukinari Sugawara (25) vor dem Turnier. Zum Auftakt schocken die Japaner die Niederlande mit einem Last-Minute-Treffer zum 2:2.14. ElfenbeinküsteMit dem 1:0 gegen Ecuador den perfekten Start hingelegt. Defensiv diszipliniert, offensiv effizient – genau die Mischung, die Außenseiter gefährlich macht. Das Duell gegen Deutschland wird zeigen, wie weit dieses Team wirklich ist.15. BelgienDas 1:1 gegen Ägypten ist eine kleine Enttäuschung. Belgien hatte mehr erwartet, wirkte aber ideenarm und ließ die letzte Konsequenz im Offensivspiel vermissen. Der Druck vor dem Duell mit Iran ist bereits spürbar.16. AustralienMit dem 2:0 gegen die Türkei einen perfekten Start hingelegt. Die „Socceroos“ wirkten kompakt, effizient und abgeklärt. Kein spektakulärer Auftritt, aber einer, der ihre Chancen aufs Weiterkommen deutlich verbessert und für eine der großen Überraschungen am ersten Spieltag gesorgt hat.17. KolumbienDas 3:1 gegen Usbekistan ist ein Arbeitssieg, der die Qualität dieser Mannschaft unterstreicht. Kolumbien tat sich phasenweise schwerer als erwartet. Mit drei Punkten zum Auftakt hat die Mannschaft eine starke Ausgangsposition im Kampf ums Sechzehntelfinale geschaffen.18. SüdkoreaDreht das Spiel gegen Tschechien und sammelt direkt drei wichtige Punkte. Spielerisch nicht immer überzeugend, aber mental stark und nach Rückstand unbeeindruckt. Der Erfolg macht Lust auf das Duell mit Mexiko.19. SpanienBlamage zum Start gegen Kap Verde! Der Europameister rauscht von Platz 2 im ersten WELT-Titel-Barometer vor dem Turnier durch das 0:0 auf Platz 19 ab. Ein Sieg gegen Saudi-Arabien am Sonntag ist Pflicht, sonst ist einer der Top-Favoriten in der WM-Krise!20. KroatienDie 2:4-Niederlage gegen England fällt deutlicher aus, als die Leistung es vermuten lässt. Kroatien hielt lange gut mit, zeigte seine technische Qualität und kam offensiv immer wieder zu gefährlichen Aktionen. Defensiv fehlte gegen das Tempo und die individuelle Klasse der Engländer jedoch die letzte Stabilität. Trotz der Niederlage bleibt der Eindruck, dass Kroatien in dieser Gruppe weiterhin gute Chancen auf das Achtelfinale hat.21. SchweizBeim 1:1 gegen Katar ohne Glanz. Defensiv weitgehend stabil, offensiv jedoch zu harmlos für höhere Ansprüche. Der Auftakt bestätigt das Bild der letzten Jahre: schwer zu schlagen, aber selten spektakulär. Dazu der Zoff um Kapitän Xhaka.22. ÄgyptenDer Punktgewinn gegen Belgien ist ein Achtungserfolg. Defensiv kompakt, taktisch diszipliniert und gegen einen individuell stärker besetzten Gegner voll auf Augenhöhe. So präsentiert sich eine Mannschaft, die vom Sechzehntelfinale träumen darf.23. PortugalBlamage für den Mitfavoriten. Gegen WM-Exot Kongo schaffen es die Portugiesen nur zu einem schwachen 1:1. Anders als sein Rivale Messi für Argentinien, ist Superstar Cristiano Ronaldo bei seiner sechsten Weltmeisterschaft (erstmals 2002 dabei) kein Faktor im Spiel der Portugiesen. Er ist kaum ins Spiel eingebunden, hängt als Stürmer komplett in der Luft. Der amtierende Nations-League-Sieger muss sich dringend steigern.24. SchottlandKein Glanz, aber drei Punkte. Das 1:0 gegen Haiti war harte Arbeit, zeigte aber auch die typische schottische Mentalität. Spielerisch ist noch Luft nach oben, für den Auftakt zählt jedoch vor allem das Ergebnis.25. GhanaMit dem 1:0 gegen Panama den perfekten Start hingelegt. Ghana präsentierte sich körperlich stark, defensiv konzentriert und nutzte seine Chancen konsequent. Kein spektakulärer Auftritt, aber genau die Art von Sieg, die bei einer WM enorm wertvoll sein kann. Gegen England wartet nun der echte Härtetest – dort wird sich zeigen, ob Ghana nur ein unangenehmer Außenseiter oder ein ernsthafter Achtelfinalkandidat ist.26. KanadaDas 1:1 gegen Bosnien und Herzegowina ist ein solider, aber unspektakulärer Auftakt. Kanada hatte gute Phasen, schaffte es aber nicht, sich entscheidend abzusetzen. Mit Blick auf die Heim-WM hatte man sich vermutlich etwas mehr erhofft.27. Kap-VerdeDas 0:0 gegen Spanien ist einer der größten Achtungserfolge des ersten Spieltags. Defensiv hervorragend organisiert, leidenschaftlich verteidigt und den Favoriten immer wieder frustriert. Wenn Kap Verde dieses Niveau hält, könnte die Mannschaft in Gruppe H noch für weitere Überraschungen sorgen.28. KatarHolt beim 1:1 gegen die Schweiz einen Achtungserfolg. Die Gastgeber der WM 2022 präsentierten sich organisiert und deutlich stabiler als bei ihrem jüngsten großen Turnierauftritt. Ein Ergebnis, das Hoffnung auf das Achtelfinale macht.29. KongoDas 1:1 gegen Portugal ist bislang eine der größten Überraschungen des Turniers. Defensiv diszipliniert, kämpferisch stark und immer wieder mit Nadelstichen nach vorn. Wer dem Europameister einen Punkt abnimmt, hat bewiesen, dass er in dieser Gruppe mehr sein kann als nur ein Außenseiter.30. SenegalDie Niederlage gegen Frankreich liest sich deutlicher, als sie war. Über weite Strecken mindestens auf Augenhöhe, phasenweise sogar die bessere Mannschaft. Wenn Senegal diese Leistung wiederholt, ist das Achtelfinale weiterhin realistisch.31. EcuadorVerliert das direkte Duell mit der Elfenbeinküste 0:1 und steht früh unter Zugzwang. Die Leistung war ordentlich, vor dem Tor fehlte aber die Durchschlagskraft. Gegen Curacao ist ein Sieg nun fast Pflicht.32. Saudi-ArabienDas 1:1 gegen Uruguay gehört zu den positiven Überraschungen des ersten Spieltags. Defensiv kompakt, taktisch diszipliniert und mit der nötigen Effizienz vor dem Tor. Saudi-Arabien hat gezeigt, dass es in dieser Gruppe mehr sein kann als nur ein Außenseiter.33. IranOffensiv zeigte der Iran seine Qualität beim 2:2 gegen Neuseeland und kämpfte sich zweimal zurück. Moral bewiesen, aber für Belgien braucht es deutlich mehr Kontrolle.34. NeuseelandKämpferisch überzeugt und gezeigt, dass man auf diesem Niveau mithalten kann. Für einen Außenseiter ein mehr als respektabler Turnierstart. Aber, da Neuseeland zwei Mal geführt hat, ein Ergebnis, das eher wie zwei verlorene als ein gewonnener Punkt wirkt.35. UruguayDas 1:1 gegen Saudi-Arabien ist eine Enttäuschung. Uruguay fand offensiv zu selten Lösungen und ließ gegen einen Außenseiter wichtige Punkte liegen. Der Druck vor den kommenden Spielen ist bereits gestiegen.36. Bosnien und HerzegowinaDas 1:1 gegen Kanada ist ein ordentliches Ergebnis. Die Bosnier hielten körperlich und spielerisch gut dagegen und sammelten einen Punkt, der im Kampf ums Sechzehntelfinale noch wichtig werden könnte.37. SüdafrikaDie 0:2-Niederlage gegen Mexiko war erwartet, dennoch bleibt ein ordentlicher Eindruck zurück. Lange hielt Südafrika die Partie offen und verteidigte engagiert. Gegen Tschechien dürfte sich zeigen, ob mehr als die Rolle des Außenseiters möglich ist.38. TürkeiDas 0:2 gegen Australien ist ein Fehlstart. Die Türken fanden offensiv kaum Lösungen und wirkten über weite Strecken ideenlos. Gegen Paraguay steht die Mannschaft bereits unter erheblichem Druck.39. PanamaDie 0:1-Niederlage gegen Ghana ist ärgerlich, weil durchaus mehr drin war. Panama hielt die Partie lange offen, ließ aber die nötige Durchschlagskraft im letzten Drittel vermissen. Gegen England wartet nun die denkbar schwerste Aufgabe – umso wichtiger wird anschließend das direkte Duell mit Kroatien. Für Panama bleibt nach dem Auftakt vor allem die Erkenntnis, dass die Mannschaft auf diesem Niveau mithalten kann, sich dafür aber häufiger belohnen muss.40. HaitiDie 0:1-Niederlage gegen Schottland ist ärgerlich, aber kein Beinbruch. Haiti hielt lange gut dagegen und verlor nur knapp. Gegen Brasilien droht allerdings die nächste extrem schwierige Aufgabe.41. UsbekistanDie 1:3-Niederlage gegen Kolumbien macht deutlich, dass Usbekistan bei seiner WM-Premiere noch Lehrgeld zahlt. Über weite Strecken zu passiv, im Spielaufbau fehleranfällig und offensiv nur selten gefährlich.42. TschechienDie 1:2-Niederlage gegen Südkorea tut weh, weil lange mehr drin war. Nach der Führung verlor Tschechien zunehmend die Kontrolle und ließ sich das Spiel aus der Hand nehmen. Gegen Südafrika zählt nun fast nur noch ein Sieg.43. ParaguayDer 1:4-Auftakt gegen die USA war ein herber Dämpfer. Defensiv immer wieder überfordert, offensiv nur phasenweise gefährlich. Wenn Paraguay noch vom Achtelfinale träumen will, muss gegen die Türkei eine klare Reaktion folgen.44. JordanienDas 1:3 gegen Österreich offenbart die Grenzen der Mannschaft. Einsatz und Moral stimmten, spielerisch war der Qualitätsunterschied aber deutlich sichtbar. Jeder Punktgewinn in dieser Gruppe wäre bereits ein Erfolg.45. AlgerienBeim 0:3 gegen Argentinien chancenlos. Die Nordafrikaner fanden nie Zugriff auf die Partie und wurden von der individuellen Klasse des Gegners überrollt. Jetzt geht es vor allem darum, gegen Jordanien und Österreich konkurrenzfähig zu sein.46. IrakDie 1:4-Niederlage gegen Norwegen zeigt, wie schwer die Aufgabe bei dieser WM wird. Offensiv gab es einzelne Lichtblicke, defensiv war die Mannschaft jedoch zu anfällig. Gegen Senegal steht bereits ein Schlüsselspiel an.47. CuracaoDie 1:7-Klatsche gegen Deutschland war die erwartete Lehrstunde. Positiv: Der Ehrentreffer gelang und die Mannschaft gab sich trotz des Rückstands nie auf. Dennoch wurde deutlich, wie groß der Abstand zur Weltspitze noch ist.48. TunesienDas 1:5 gegen Schweden ist einer der schwächsten Auftritte des ersten Spieltags. Defensiv offen wie ein Scheunentor, offensiv kaum Entlastung. Dazu der Rauswurf von Trainer Sabri Lamouchi. Tunesien ist plötzlich das schwächste Team in diesem Teilnehmerfeld.