PfadnavigationHomePolitikAuslandKaja KallasIsrael bricht Kontakt zur EU-Außenbeauftragten ab – „Werden darüber zu sprechen haben“, sagt MerzStand: 17:24 UhrLesedauer: 2 MinutenDie EU-Außenbeauftragte und frühere estnische Regierungschefin Kaja KallasQuelle: JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN/AFPKonflikt mit Brüssel: Israels Außenminister Gideon Saar will nicht mehr mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas sprechen. Auslöser sind Berichte über ihre Äußerungen zum Gazakrieg und zum Westjordanland.Israel will den Kontakt zur EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas abbrechen, weil die europäische Chefdiplomatin das Land mit dem früheren rassistischen Apartheid-Regime in Südamerika verglichen haben soll. Außenminister Gideon Saar erklärte am Donnerstag, er kommuniziere nicht mehr mit Kallas, bis sie ihre Äußerungen zurücknehme. Kallas soll Berichten zufolge bei einem Besuch in Mexiko Israel mit dem südafrikanischen Apartheid-Regime verglichen haben. Eine Stellungnahme aus dem Büro der EU-Außenbeauftragten lag zunächst nicht vor. Saar bezog sich auf einen Bericht des Nachrichtenportals „Euractiv“ und bezieht sich auf Quellen, die bei einem Treffen mit Kallas dabei gewesen sein sollen. Demnach soll Kallas das israelische Vorgehen im Westjordanland und im Gazastreifen ‌in vertraulichen Gesprächen mit der früheren südafrikanischen Politik der Rassentrennung gleichgesetzt haben.Saar kritisiert in seinem Posting, dass es von Kallas bis heute kein Dementi oder eine Erklärung für die Vorwürfe gibt.Auch Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich von der Wortwahl der EU-Außenbeauftragten distanziert. „Ich teile diese Wortwahl ausdrücklich nicht, und wir werden auch darüber zu sprechen haben“, sagte Merz vor dem EU-Gipfel. Das Verhältnis zwischen Israel und der EU ist seit Längerem angespannt. Die EU kritisiert den Ausbau jüdischer Siedlungen im Westjordanland, die international überwiegend als völkerrechtswidrig und Hindernis für eine Friedenslösung eingestuft werden. Lesen Sie auchIm Mai verhängte die EU Sanktionen gegen drei Personen und vier Organisationen ‌wegen Menschenrechtsverletzungen an Palästinensern im Westjordanland, was Saar damals kritisierte. Zudem stößt das israelische Vorgehen im Gazastreifen auf Kritik der Europäischen Union, die jedoch das Recht des Landes auf Selbstverteidigung betont. Die 27 EU-Mitgliedstaaten sind in ihrer Haltung zu Israel gespalten.Lesen Sie auchDeutschland verfolgt traditionell einen sehr israelfreundlichen ‌Kurs. Der Siedlungsbau im Westjordanland wird ‌von der Bundesregierung aber verurteilt. Die EU-Sanktionen werden von Deutschland mitgetragen, bilaterale Strafmaßnahmen wie etwa von Großbritannien und ‌Frankreich gegen Israel lehnt die Bundesregierung ab. Bundesaußenminister ‌Johann ‌Wadephul hat wiederholt seine guten Beziehungen mit Saar betont. Lesen Sie auchAm Mittwoch haben israelische Siedler im Westjordanland laut palästinensischen Angaben zwei Moscheen angegriffen und teilweise in Brand gesetzt. Der Bürgermeister des Dorfes Dschildschilija, Osama Abdullah, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Siedler hätten in der Nacht Feuer im Waschraum der Moschee gelegt, das Gotteshaus selbst beschädigt und feindliche Slogans auf die Wände geschmiert. Der palästinensische Zivilschutz konnte den Brand nach eigenen Angaben mithilfe von Dorfbewohnern löschen.Reuters/AFP/nw/doli