Rosés sind die Stars der Stunde. Wir haben zwölf Weine, die es uns besonders angetan haben, degustiert. Ein Trio hat am meisten überzeugt – mit einem frischen, leichtfüssigen Sieger aus Österreich.Rosés liegen im Trend. Sie werden immer öfter in den Läden gekauft und in den Restaurants getrunken. Die Weine sollen Leichtigkeit und Unbeschwertheit vermitteln – gerade im Sommer. Aber Achtung: Auf dem Markt sind auch kräftige Gewächse mit reichlich Alkohol zu finden. Diese passen dann eher zu herzhaften Gerichten im Winter.Fast überall wird Rosé produziert – von der für diesen Weintyp bekannten Provence bis hin zu Italien, Österreich oder Deutschland. Auch in der Schweiz setzen zunehmend mehr Weingüter auf die Variante in Pink. Wir haben nach trockenen, frischen, leichten Weinen gesucht, die perfekt zu warmen Sommertagen passen. Für eine kleine Degustation wurden zwölf Tropfen aus europäischen Anbaugebieten vorselektioniert und dann mit verdeckten Etiketten verkostet. Beteiligt an der Probe waren Tania Villiger, Online-Blattmacherin bei «NZZ Bellevue», sowie der NZZ-Weinjournalist Peter Keller.Schliesslich hat ein Trio am besten abgeschnitten. Und dann gibt es noch einen überzeugenden Querschläger, der mit einem leichten Rosé wenig bis nichts zu tun hat.Die drei FavoritenSieger: Rosé 2025, Weingut Dorli Muhr, Österreich. Dieser Wein aus Blaufränkisch, produziert im Anbaugebiet Carnuntum, ist charmant, zugänglich und ernsthaft zugleich. Er überzeugt mit einem tollen Trinkfluss und bereichert einen unbeschwerten Sommerabend. Die Merkmale des Besten der Degustation: helles Lachsrosa, dezent rotbeerig-würziger Duft, trocken, frisch, leichtfüssig mit wenig Alkohol von 12 Prozent, elegant, relativ lang anhaltend. Bewertung: 17,5/20 Rosé 2025, Weingut Dorli Muhr, Österreich, 20 Franken; gerstl.ch. Platz 2: Rosé «20/26» 2025, Weingut Elena Walch, Italien. Der charaktervolle, lebendige Rosé setzt sich aus den Sorten Merlot, Pinot noir und Lagrein zusammen. Der Name «20/26» kommt daher, dass die Trauben bei einer Zuckergradation von 20 Baumé (rund 80 Oechsle-Grade) gelesen werden und die Gärung bei einer Temperatur von 26 Grad stattfindet. Das offene Bouquet von roten Beeren sowie Zitrusnoten spricht sofort an. Der trockene, gut balancierte Wein ist durch eine gute Säure und bemerkenswerte Finesse geprägt. Alkoholgehalt von 12,5 Prozent. Gute Länge. Bewertung: 17/20 Rosé «20/26» 2025, Weingut Elena Walch, Italien, Fr. 22.90; weibelweine.ch. PD Platz 3: Rosé 2025, Juwel Weine, Deutschland. Spätburgunder beziehungsweise Pinot noir bildet die Basis für diesen zugänglichen, süffigen schlanken Rosé der Winzerin Juliane Eller aus Rheinhessen. In der Nase ist ein mittelintensives Bouquet von roten Beeren festzustellen. Im Gaumen fallen der leichte Körper sowie die präsente Säure auf, die durch etwas Restzucker ausbalanciert wird. Nicht ganz trocken, moderater Alkoholgehalt von 12 Prozent. Bewertung: 16,5/20 Von den zwölf degustierten Weinen fiel einer völlig aus dem Rahmen. Der kompromisslose, hochwertige Rosé «Elefant im Porzellanladen» 2024 (29 Franken; ullrich.ch) der österreichischen Rosé-Queen Pia Strehn aus dem Burgenland ist der Beweis dafür, dass ein Rosé auch kräftig, komplex und anspruchsvoll sein kann. Der Alkohol liegt bei 13,5 Prozent. In der jetzigen Phase ist der Ausbau in Barriques relativ stark erkennbar, dominieren doch in der Nase vor allem Röst- und Vanillenoten. Definitiv ein Wein für die Begleitung von Speisen. Er braucht Zeit und sollte noch mindestens ein, zwei Jahre auf die Seite gelegt werden. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.