PfadnavigationHomeRegionalesHamburgImmobilienDie Gen Z träumt vom Eigenheim – und auch von RuheStand: 10:55 UhrLesedauer: 3 MinutenKann ich mir ein Haus leisten? Zumindest in den Großstädten wird das Bild für viele nie so ganz klarQuelle: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn93 Prozent der Hamburger fürchten steigende Wohnkosten. Ausgerechnet die Generation Z, die in den härtesten Markt seit Jahrzehnten hineinwächst, hält unbeirrt am Traum vom Eigenheim fest. Wie realistisch ist dieser?Die Hamburger sind mit ihrer Wohnsituation mehrheitlich zufrieden – und blicken zugleich mit wachsender Nervosität auf das, was sie dafür künftig werden zahlen müssen. Nach dem neuen Haspa-Trendbarometer Wohnen, für das mehr als 500 Hamburger vom Meinungsforschungsinstitut YouGov befragt wurden, sind 78 Prozent mit ihrer aktuellen Wohnsituation grundsätzlich zufrieden und 87 Prozent sagen, ihre Wohnung passe zu den eigenen Bedürfnissen. Doch unter dieser vergleichsweise stabilen Oberfläche liegt eine große Verunsicherung: 93 Prozent sorgen sich vor weiter steigenden Wohnkosten, drei Viertel sogar in hohem Maße. Lesen Sie auchSchon heute geben viele einen erheblichen Teil ihres Einkommens für Miete und Nebenkosten aus; 86 Prozent rechnen damit, dass die Mieten in Hamburg weiter steigen werden. Bezahlbarer Wohnraum ist damit aus Sicht der Befragten das mit Abstand wichtigste Zukunftsthema der Stadt – noch vor innerer Sicherheit, Wirtschaftsentwicklung und Klimaschutz.Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die Jüngeren. Gerade die Generation Z, die in Hamburg in einen zunehmend angespannten Wohnungsmarkt hineinwächst, hält am Traum vom Eigentum fest. Drei Viertel von ihnen wünschen sich ein solches. Das ist bemerkenswert, weil ausgerechnet jene Altersgruppe, die mit unsicheren Erwerbsbiografien, hohen Baukosten und strengen Kreditbedingungen konfrontiert ist, besonders stark auf Wohneigentum setzt. Für viele ist Eigentum offenbar nicht nur eine Frage des Lebensstils, sondern der Absicherung. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung nennen 65 Prozent Wohneigentum einen wichtigen Baustein der Altersvorsorge, 60 Prozent schätzen die größere Gestaltungsfreiheit, und mehr als die Hälfte ist überzeugt, dass Kaufen langfristig finanziell günstiger ist als Mieten. Dass ausgerechnet in Hamburg, wo die Eigentümerquote mit gut 20 Prozent besonders niedrig ist, dieser Wunsch so ausgeprägt bleibt, zeigt eine wachsende Kluft zwischen Wohnideal und Wohnwirklichkeit.Große Sehnsucht nach RuheZugleich zeigt die Haspa-Befragung, wie konkret die Wohnwünsche der Hamburger sind. Drei Viertel wünschen sich vor allem Ruhe, fast ebenso viele nennen gute Einkaufsmöglichkeiten als zentrales Kriterium. Grünflächen und Parks, Sicherheit, eine gute ÖPNV-Anbindung und die Nähe zum Arbeitsplatz spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Der Sehnsuchtsort ist also nicht mehr das urbane Spektakel, sondern eher das gut angebundene, ruhige und grüne Umfeld. 60 Prozent sagen sogar, sie würden am liebsten dort wohnen, wo sie jetzt schon leben. Wer über einen Umzug oder eine neue Wohnung nachdenkt, achtet besonders auf Balkon oder Terrasse, schnelles Internet, Garten, Energieeffizienz und ausreichend Stellfläche. Die Wohnung soll nicht nur bezahlbar sein, sondern auch Rückzugsort, Arbeitsplatz und Lebensmittelpunkt zugleich.Lesen Sie auchEin weiterer Schwerpunkt der Umfrage liegt auf energetischen Sanierungen. Für 75 Prozent der Hamburger hat die Verbesserung der Energieeffizienz eines Gebäudes eine hohe Bedeutung. Die Bereitschaft, dafür höhere Mieten zu akzeptieren, ist allerdings an Bedingungen geknüpft: Viele würden nur dann mehr zahlen, wenn sich die höheren Kosten spürbar durch sinkende Nebenkosten ausgleichen. 70 Prozent erwarten zudem, dass der Staat energetische Sanierungen stärker fördert. Klimaschutz im Gebäudebereich wird also von vielen bejaht, aber nicht um den Preis einer zusätzlichen finanziellen Überforderung der Mieter oder Eigentümer. Klimapolitik ist hier dann auch Sozialpolitik. Viele sehen aber auch die Hürden beim Erwerb eines Eigenheims. Jeder Zweite glaubt, sich eine Finanzierung auf absehbare Zeit nicht leisten zu können. Hinzu kommen gestiegene Baukosten, der Mangel an Handwerkern und Material sowie viel Bürokratie. Haspa-Vorstandssprecher Harald Vogelsang knüpft daran eine politische Forderung. „Die eigene Immobilie ist für viele ein Lebenstraum und wichtiger Baustein der Alterssicherung. Es entlastet den Mietmarkt und beugt Altersarmut vor“, sagt er. Deshalb müsse Wohneigentum für deutlich mehr Menschen erreichbar werden. „Gerade für Familien braucht es hier aber Entlastungen, wie einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer für Ersterwerber von selbst genutzten Immobilien“, fordert Vogelsang. Die neue Hamburgische Bauordnung, die das Bauen „schneller, einfacher und günstiger machen soll“, sei „ein richtiger und wichtiger Schritt“.jlau