PfadnavigationHomeRegionalesHamburgFrühere FDP-SpitzenpolitikerinLieber Privatwirtschaft als Polit-Comeback – Katja Suding hat einen neuen JobStand: 10:28 UhrLesedauer: 3 MinutenKatja Suding war über viele Jahre in der FDP-Führung aktivQuelle: phe consultants GmbHDie frühere FDP-Vizeparteichefin Katja Suding bleibt dem Ausstieg aus der Spitzenpolitik treu. Sie arbeitet nun als Partnerin bei einer spezialisierten Personalberatung für öffentliche Unternehmen.Eine Rückkehr in die FDP-Spitze kommt für Katja Suding nicht infrage – das hatte sie zuletzt trotz entsprechender Avancen aus der Parteiführung schnell deutlich gemacht. FDP-Vize Wolfgang Kubicki hatte die frühere Vizeparteichefin zuletzt noch einmal für ein Comeback gewinnen wollen. Suding lehnte jedoch dankend ab – und bleibt bei ihrem Kurs jenseits der aktiven Politik.Hier setzt die 50-Jährige ihren Weg in der Privatwirtschaft fort: Seit dem 1. Juni arbeitet die ehemalige Vorsitzende der FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft als Partnerin bei den phe consultants, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde. Die Beratung mit Sitz in Bad Homburg ist auf Führungs- und Besetzungsfragen spezialisiert, insbesondere im Umfeld öffentlicher Unternehmen, Beteiligungsgesellschaften und Non-Profit-Organisationen.Lesen Sie auchDort soll Suding vor allem ihre politische Erfahrung einbringen. Im Fokus stehen laut der Mitteilung Besetzungsprozesse auf oberen und obersten Führungsebenen – also genau jene Schnittstellen, an denen Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit besonders eng aufeinanderstoßen. „Öffentliche Unternehmen und Non-Profit-Organisationen stehen unter einem besonderen Erwartungsdruck von Politik, Aufsicht, Medien und Gesellschaft“, sagte Suding zu ihrer Aufgabe. Transparente Verfahren seien ein zentraler Bestandteil guter Führung.Die Manager der Beratung setzen große Erwartungen in den prominenten Neuzugang. Managing Partner Peter Herrendorf lobt Sudings politisches Gespür, ihre Governance-Erfahrung und ihre Kommunikationsstärke. Sie werde die Arbeit für öffentliche Auftraggeber „weiter profilieren“ und zusätzliche Perspektiven in sensiblen Personalfragen eröffnen.Sudings politischer WegFür Suding ist es der nächste Schritt nach ihrem überraschenden Rückzug aus der Politik im Jahr 2021. Damals hatte sie sich nach Jahren in Spitzenpositionen entschieden, aus der ersten Reihe auszusteigen. Sie war nicht nur Fraktionschefin in der Hamburgischen Bürgerschaft, sondern auch Bundestagsabgeordnete, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion und stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei.Ihr politischer Aufstieg begann in Hamburg, wo sie die FDP nach deren Wiedereinzug in die Bürgerschaft maßgeblich mitprägte. Über Jahre hinweg war sie das prägende Gesicht der Liberalen in der Hansestadt, bevor sie auf Bundesebene wechselte.Nach dem Ausscheiden aus der Politik arbeitete Suding zunächst als Executive Advisor. In dieser Rolle beriet sie Geschäftsführungen, Eigentümer und Führungsgremien – vor allem in Transformations-, Nachfolge- und Krisensituationen. Ihre beruflichen Wurzeln liegen allerdings noch weiter zurück: Nach einem Studium der Kommunikations- und Politikwissenschaft sowie Romanistik in Münster war sie lange Zeit als selbstständige Kommunikationsberaterin tätig und ließ sich später zusätzlich zum Business Coach ausbilden.Verarbeitung in einem BuchAuch literarisch hat Suding ihren Abschied aus der Politik verarbeitet. In ihrem Buch „Reißleine“ beschreibt sie die Entscheidung zum Rückzug als bewussten Schnitt – und schildert die Belastungen politischer Spitzenämter ebenso wie die persönlichen Abwägungen dahinter. Mit dem Wechsel zu den phe consultants knüpft Suding nun an ihre Beratungstätigkeit an – diesmal in unternehmerischer Verantwortung. Die Firma ist auf die Auswahl und Gewinnung von Führungskräften in den Bereichen Public Services, Healthcare und Education spezialisiert. jlau