Zentralafrikaner mit ChancenplusBei Portugal waren die Augen vor allem auf Cristiano Ronaldo gerichtet, der - genau wie Lionel Messi am Tag zuvor - seine sechste WM-Teilnahme feierte. Ansonsten baute Roberto Martinez, dessen Abschied nach der WM im Vorfeld des Spiels publik wurde, auf den PSG-Block aus Linksverteidiger Nuno Mendes und der Doppelsechs Vitinha und Joao Neves, während in der Innenverteidigung Tomas Araujo anstelle des leicht angeschlagenen Ruben Dias startete und links vorn Pedro Neto den Vorzug vor Rafael Leao erhielt.Auch bei der DR Kongo, die nach 1974 (damals noch als Zaire) erst zum zweiten Mal überhaupt an einer WM teilnahm und noch auf den ersten WM-Treffer wartete, standen einige bekannte Namen im Aufgebot. So etwa die beiden Außenverteidiger Wan-Bissaka und Masuaku oder der Doppelsturm, bestehend aus Newcastle-Angreifer Wissa und Bakambu. Mit Kapitän Mbemba und Mukau bot Trainer Sebastien Desabre zudem ein Duo vom Lille OSC auf.Joao Neves köpft die frühe Führung - Wissa mit dem AusgleichPortugal, im erweiterten Favoritenkreis auf den WM-Titel gehandelt, war aber natürlich der klare Favorit in diesem Spiel - und wurde dieser Rolle auch zunächst gerecht. Nach Flanke von Pedro Neto stieg Joao Neves am höchsten und köpfte zur frühen Führung ein (6.). Die DR Kongo, die zunächst ordentlich Respekt hatte, traute sich in der Folge aber immer mehr zu: Wissa schoss aus der zweiten Reihe knapp links vorbei (11.). Portugal hatte insgesamt deutlich mehr vom Ball, wusste damit aber kaum etwas anzufangen. Und wenn, dann war ein Abwehrbein der Afrikaner dazwischen, wie Wan-Bissaka gegen Nuno Mendes (18.).Danach passierte lange nichts, auch weil Portugal schlicht zu fahrig agierte und kaum nach vorn kam. Die Abschlüsse hatte stattdessen die DR Kongo über Kayembe (33.) und Moutoussamy (45.+3). Aus Letzterem resultierten noch zwei Ecken, aus denen dann auch noch der Ausgleich folgte. Nach Masuakus Hereingabe kam Wissa am Fünfer völlig frei zum Kopfball und nickte zum nicht unverdienten 1:1 ein (45.+5).CR7 übersieht besser postierten Bruno FernandesDie DR Kongo nahm die Euphorie mit in die zweite Hälfte, trat noch mutiger auf als zuvor. Bakambu gab zwei gefährliche Schüsse ab (50., 57.), stand jedoch beide Male im Abseits. Zuvor hatte auch Joao Cancelo bei seinem artistischen Fallrückzieher-Tor in der verbotenen Zone gestanden (55.).Portugal fand kaum Lücken, hatte dann aber doch eine große Chance. Francisco Conceicao legte den Ball in den Rückraum, wo Cristiano Ronaldo dem besser postierten Bruno Fernandes allerdings den Ball klaute und vorbeischoss (68.). CR7 war wenige Minuten später im Aktion, setzte die Kugel aber erneut rechts am Tor vorbei (74.). Die kurze Druckphase der Portugiesen nahm aber auch schnell wieder ab. Stattdessen versuchte sich die DR Kongo durch Bakambu (80.). Bis auf einen Verzweiflungsschuss aus der Distanz von Bruno Fernandes (90.) passierte danach auch nichts mehr, sodass es beim 1:1 blieb - für Portugal natürlich viel zu wenig. Am Ende standen auch 8:7 Torschüsse zugunsten der Zentralafrikaner zu Buche.Nach sechs Tagen Pause steht für beide Teams die nächste Aufgabe bei dieser WM an: Portugal trifft am Dienstag (19 Uhr) erneut in Houston auf Usbekistan, muss sich dort deutlich steigern. In der Nacht zum Mittwoch (4 Uhr MESZ) trifft die DR Kongo im mexikanischen Guadalajara auf Kolumbien.