Ein weißes Ehepaar aus Florida, das nach der künstlichen Befruchtung einer eigenen Eizelle mit eigenen Spermien ein dunkelhäutiges Kind bekam, darf die inzwischen sechs Monate alte Shea behalten. Ein Bezirksgericht in Orlando sprach Tiffany Score und ihrem Ehemann Steven Mills am Montag das Sorgerecht zu, nachdem die biologischen Eltern des Mädchens zugestimmt hatten. „Ich freue mich, dass alle Beteiligten sich zu einer Zeit geeinigt haben, in der das Kind noch jung ist“, sagte die Vorsitzende Richterin Margaret Schreiber dem „Orlando Sentinel“.Die sogenannte Embryo-Verwechslung hatte viele Amerikaner seit Dezember beschäftigt. Damals gingen Score und Mills an die Öffentlichkeit, als sie nach der Geburt mit einem dunkelhäutigen Kind nach Hause gingen. In einer Kinderwunschklinik in Longwood hatte das Paar zuvor eine In-vitro-Fertilisation (IVF) vornehmen lassen – im Glauben, es handle sich um einen Embryo aus ihren eigenen Keimzellen. Wie genetische Untersuchungen nach einer Klage gegen die Klinik ergaben, stammte Sheas Erbgut aber zu 100 Prozent von südasiatischen Eltern.Im vergangenen April gelang es Score und Mills schließlich, die biologischen Eltern des Kindes ausfindig zu machen. „Nur eines ist heute so klar wie an dem Tag, an dem unsere Tochter zur Welt kam: Wir haben sie lieb und werden für immer ihre Eltern bleiben“, teilte das Paar damals mit. Wie ihre Anwälte wissen ließen, sei weiterhin offen, wo die eigenen Embryos der Eheleute seien. Es gebe aber keine Hinweise, dass sie von einer anderen Frau ausgetragen wurden.Der „embryo mix-up“ hatte in den Vereinigten Staaten die Debatte über die im Vergleich zu anderen Ländern wenig regulierten Kinderwunschbehandlungen befeuert. Das Fertility Center of Orlando, in dem Score im vergangenen Jahr der falsche Embryo eingesetzt wurde, stellte vor einigen Monaten den Betrieb ein. An ihrem früheren Standort wurde vor einigen Wochen aber eine neue Klinik eröffnet.