Der Teddybären-Hersteller Steiff schlüpft unter das Dach des Spielwarenkonzerns Ravensburger. Die für Puzzlespiele und Brio-Eisenbahnen bekannte Firmengruppe steigt mit einer Mehrheitsbeteiligung bei dem Plüschtier-Anbieter ein, wie die beiden Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Gemeinsam solle die weltweite Expansion vorangetrieben werden. Ravensburger bringe als strategischer Investor internationale Expertise mit, während Steiff sich weiter als Premium-Marke profilieren solle. Mit einer kartellrechtlichen Freigabe werde gerechnet.Die beiden mehr als 140 Jahre alten Unternehmen aus Baden-Württemberg gehören den Angaben zufolge den Nachkommen der Firmengründer Otto Maier in Ravensburg und Margarete Steiff in Giengen an der Brenz. Die Steiff-Erben geben nun zu einem ungenannten Preis 60 Prozent der Anteile an Ravensburger ab und bleiben mit 40 Prozent beteiligt, wie eine Steiff-Sprecherin sagte.„Mit unserem Partner Ravensburger schaffen wir den Rahmen, die Marke Steiff langfristig weiterzuentwickeln, internationale Potentiale gezielt zu nutzen und Tradition mit neuen Impulsen für die Zukunft zu verbinden“, erklärte Steiff-Geschäftsführer Frank Rheinboldt. Steiff werde weiterhin eigenständig am bisherigen Firmensitz geführt. Synergien sollen den Partnern zufolge in den Bereichen Markterschließung und Innovation gehoben werden.Ravensburger erwirtschaftete im vergangenen Jahr mit knapp 2600 Mitarbeitern einen Umsatz von 742 Millionen Euro. Werke bestehen am Stammsitz sowie in Tschechien. Steiff beschäftigt nach eigenen Angaben rund 800 Mitarbeiter, darunter rund 200 in Giengen und weitere in der Fertigung in Tunesien sowie in Niederlassungen in den USA und China. Umsatzzahlen veröffentlicht Steiff nach eigenen Angaben nicht.In der europäischen Spielwarenbranche war es angesichts verschärfter Konkurrenz aus Asien und neuer Spielgewohnheiten in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Konsolidierungswelle gekommen. So hatte Ravensburger 2015 den schwedischen Holzeisenbahn-Anbieter Brio übernommen. Der Modellbahnhersteller Märklin aus dem baden-württembergischen Göppingen ging an die Simba Dickie Group in Fürth. Neben Baden-Württemberg zählt auch der Großraum Nürnberg/Fürth zu den historischen Zentren der Spielwarenindustrie.
Teddybären-Hersteller Steiff geht an Ravensburger
Die beiden Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg wollen zusammenarbeiten. Der Spielwarenhersteller Ravensburger sichert sich eine Mehrheit – und will damit auch weltweit Erfolg haben.










